Königs Wusterhausen und der verwunschene Tiergarten

Eine Tour mit mittelalterlichen Geschichten, unterschiedlichster Flora und Fauna, versteckten Seen, kreativen Gärten und einer sehr alten Schleuse.

Diese 19,3 km Tour begann am Bahnhof Königs Wusterhausen. Ralph und ich durchquerten den Bahnhof und begaben uns auf den Rundwanderweg Tiergarten.

Königsgarten der Tiere

Der Tiergarten in KW wurde von König Friedrich Wilhelm I. 1725 als Jagdgarten angelegt. In diesem urwaldähnlichen Gebiet hielt er einen großen Bestand von Wild und anderem Getier in verschiedenen Arealen. Ursprünglich war das Gebiet 900 Hektar groß, heute noch ca. 100 Hektar.

Mit seinen Gästen pflegte der König dort zu jagen. Viele seiner Gäste brachten Pflanzen aus aller Welt mit, die sich noch heute auf dem Gelände befinden und somit auch erklären, warum dieser Wald so unterschiedliche Fauna und Flora aufweist. Ein Waldlehrpfad informiert über viele Einzelheiten dieser Pflanzen.

Wir waren sowohl auf Waldpfaden als auch auf Asphalt unterwegs, auf dem Rundweg Zeesener See und dem 1. Permanenten Wanderweg Königs Wusterhausen und natürlich dem Rundweg Tiergarten.

Husareneck und Holzkunst

Auf dem Weg zum Husareneck

Am Husareneck genossen wir den Ausblick auf die Dahme. Auch hier gibt es eine Geschichte die sagt, das ein Soldat in Bedrängnis hier in die Fluten sprang. 😮

Uns haben heute die geschnitzten Holzfiguren besonders interessiert. Zu jeder dieser Figuren gibt es eine kleine Geschichte, einige werde ich, so kurz wie möglich, erzählen. 😂

Figuren im Tiergarten

Tabakpfeife

Die Figur stellt Jakob Freiherr von Grundling dar, der zur Belustigung des Königs bei Tabakskollegien herhalten musste. So wurde er bis zur Besinnungslosigkeit betrunken gemacht und in den Bärenkäfig gesperrt. Der König duldete die Schmähungen des Kollegiums, überhäufte ihn aber auch mit Ehrungen. Er wurde Hofnarr und wurde am Ende in einem Weinfass beerdigt.

Fasane

Am Königshof wurden reichlich Fasane verspeist. So beschloss der König ein eigenes Gehege anzulegen, das die Untertanen hegen durften. Vor der Jagd wurden die Eier aus den Gelegen genommen und in einer Aufzuchtstation ausgebrütet. Dies sollte dazu beitragen, das der Nachschub an Fasanen nicht ausblieb. Bis heute werden Fasane in der Gegend gesichtet.

Jagd

Die in verschiedenen Gehegen lebende Tiere wurden zur Jagd in ein zusätzliches Gelände getrieben und so der Jagdgesellschaft direkt vor die Flinte platziert, denn Wild stand reichlich und oft auf dem Speiseplan des Königs und seiner Gäste.

Mooriges, Fanggraben und Zeesener See

Wir verließen den Rundweg Tiergarten, wanderten entlang des Fanggrabens durch moorige Landschaften und idyllische Wohnhaussiedlungen.

Die Sonne genießen am Zeesener See auf dem Bootssteg

Anschließend kamen wir an den Zeesener See, den wir dann umrundeten. Nur ab und zu hatten wir die Möglichkeit direkt ans Ufer zu gelangen und so machten wir auf dem Bootssteg am Kesselluch eine ausgedehnte Pause.

Am TSG Oberschöneweide e. V. entdeckten wir einen verlassenen Fußballplatz mit einem völlig von Efeu und Wein bedeckten Tor. Hier machten wir ein paar lustige Fotos, das hat riesig Spaß gemacht. 😂

Im folgenden KGA Gebiet entdeckten wir schicke Gärten mit ungewöhnlicher Bepflanzung oder mit Kunst in tollen Arrangements. Hier ist besonders der Eisenbahngarten zu erwähnen, der eine wirkliche Augenweide ist.

Spukbrücke

Die Spukbrücke an der Storkower Straße

An  der Spukbrücke gab es dann ein weiteres Kunstwerk – siehe Beitragsbild ganz oben. So soll dort ein Saufbold in den Fanggraben gefallen sein und bis zum heutigen Tag dort rumspuken. Die Felssteinbrücke und die dazugehörige Riesenschnitzerei sind auf jeden Fall eine echte Augenweide.

Schleusengeschichte

An der Schleuse Neue Mühle betrachteten wir eine Schleusung und konnten dieses technische Wunderwerk in Aktion betrachten. Hier ist die Dahme mit dem Zeesener See verbunden. Die Schleuse hat eine über 300jährige Geschichte, die in übersichtlichen Schautafeln dargestellt wird.

Die Geschichte erzählt, das der Kurfürst Friedrich  III , einmal in der Gegend jagte. Er erspähte einen Hirsch, der ihm dann entwischte. Orientierungslos kam er dann an eine Wassermühle, wo er von der armen Müllerfamilie mit Speck und Ei bewirtet wurde. Diese Mahlzeit hatte ihm so gut gemundet, dass er den Müllers Leuten einen Wunsch erfüllte. Die unregelmäßigen Wasserstände in der Gegend beklagend baten sie um einen Stau und eine Schleuse. Der König fand ihren Wunsch etwas ungehörig und so mussten sie zusätzlich stets 2 Jagdhunden des Schlosses Kost und Logis gewähren.

Kirche und Volk

Um das Jahr 1700 herum ließ Friedrich der III. drei baufällige Holzkirchen abreißen, um eine neue massive Kirche in Wendisch Wusterhausen zu bauen. Viele seiner Untertanen versuchten sich vor dem nun sehr weiten Weg zur Kirche zu drücken. Dies gefiel ihm gar nicht und so verpflichtete er die Bürger zum Kirchbesuch, eine Weile sogar von Soldaten eskortiert.

Figuren im Tiergarten

Wir touchierten den Krebssee und die Streuobstwiesen und  kamen dann am Bahnhof Königs Wusterhausen wieder an.

Super vielseitige Tour mit vielen Entdeckungen und tollen Geschichten. Kann ich nur empfehlen!

Hier der Track in der Map:


und wer möchte, kann auch bei Komoot fündig werden:
https://www.komoot.de/tour/415692140?ref=atd

Und die Fotos:

KW Verwunschener Tiergarten
Rastplatz Tiergarten KW
KW Verwunschener Tiergarten
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      Clara

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