Von Birkenwerder über das Schlaraffenland nach Hohen Neuendorf

14 km grüne Briese mit Stolpersteinen, einer roten Brücke, einem gemütlichen Konsum, einem goldenem Kirchturm,  einem überraschenden Schlaraffenland, einer Siedlung voller Geschichte und einem kreativen Umgang mit Müllmonstern.

Die kleene Wandergruppe war mal wieder unterwegs. Dieses mal hauptsächlich auf dem 66-Seen-Wanderweg und dem Europäischen Fernwanderweg E10. Ines Schubert, Uwe Schönemann, unser Neuzugang und ich fuhren mit den Öffis bis Birkenwerder. Dort angekommen drehten wir erst einmal eine kleine Runde, um uns die Rote Brücke anzusehen.

Die Rote Brücke

Die Rote Brücke wurde 1925 errichtet und hat ihrem Namen durch den späteren roten Anstrich. Sie ist ein Baudenkmal und steht auf der Landesdenkmalliste Brandenburgs. Mit ihren fast 120 m Länge führt die Fußgängerbrücke über die gesamten Gleisanlagen des Bahnhofs Birkenwerder von der Erich-Mühsam-Straße zur Clara-Zetkin-Gedenkstätte in der Summter Straße 4. Im Jahre 2009 wurde sie das letzte Mal saniert.

Die grüne Briese

Die Bries zaubert eine faszinierende Landschaft

Auf der Boddenseeroute bewegten wir uns an der Briese entlang durch wunderschöne Moorlandschaften. Alles roch ganz frisch und grün. Lange waren wir schon nicht mehr zusammen gewandert, wir hatten uns sooo viel zu erzählen.

Am Paradiesgarten sahen den ungewöhnlich kreativ gestalteten privaten Garten, überall standen kleine Keramikfiguren herum, zu Arrangements zusammengestellt. Es hatte etwas von Wunderland.

Stolpersteine

Anschließend ging es an der Briese entlang auf einem Pfad der nicht wirklich den Namen Wanderweg verdiente, da man an der steinigen Uferböschung ziemlich aufpassen musste. Zugewachsen war er auch an einigen Stellen und jede Menge Brennnessel. Mir gefallen diese Wege sehr, doch unser Neuzugang war nicht so amüsiert.

Der Konsum am Wegesrand

Der Konsum mit Terrasse und Blick in den Wald

Nachdem wir diese Hindernisse überwunden hatten gab es erst mal wieder eine Pause an einem kleinen Konsum, der inzwischen ein nettes kleines Lokal ist. Wir saßen im auf einer kleinen Terrasse mit Blick in den schönen Wald, aßen  Sandwisch-Toasts und schäkerten mit den Hunden, die da rumliefen, kleine.

Kreativer Umgang mit Müllmonstern

Das nächste Highlight war dann eine Infotafel, die auf ungewöhnliche Waldbewohner aufmerksam machte. Wir standen vor der Tafel und lachten uns kringelig, endlich mal eine andere Art im Umgang mit den Müllmonstern im Wald. Leider schien die Sonne so extrem auf das Schild, das so einiges schon verblasst war, oder extrem spiegelte, aber ich fand die Idee einfach super. Besonders gefiel mir die Gattung des weißen Rotzlings. 😁

Die goldene Kirchturmspitze

Aus dem Liegen fotografiert, die Turmspitze, cooles neues Handy

Als wir in Stolpe angelangt waren, entdeckten wir eine kleine alte Kirche, dessen Kirchturmspitze golden in der Sonne glänzte. Auch dieser Ort war einfach zauberhaft und verzückte uns dann wieder eine halbe Stunde. Ich lag ausgestreckt auf der Wiese und schaute mir die Turmspitze und das Wolkenspiel drum herum ausgiebig an. Die anderen drei hatten es sich auf einer alten Bank bequem gemacht und schnatterten unentwegt, eigentlich ja mein Part. 😂

Der Taufengel

Die Dorfkirche Stolpe entstand um 1250 herum und ist daher eine der ältesten in der Mark Brandenburg, auch wenn sie erst im Jahr 1355 das erste mal schriftlich erwähnt wurde. Sie geht auf die Wenden zurück und ist ein einfacher rechteckiger Bau. Über dem Taufbecken schwebt ein barocker Taufengel, der lange Zeit zerstört auf dem Dachboden lag, Mitte der 90iger Jahre wurde er restauriert und bekam dann seinen angestammten Platz zurück.

Anschließend beschlossen wir die Tour ein wenig abzukürzen, denn wir waren schon ne ganze Weile unterwegs. Pausen- und Wanderzeiten hielten sich die Waage. Der Weg ist das Ziel. 😉

Wir kürzten die Tour ein wenig an und betraten einen kleinen Pfad zwischen den Feldern, der einmal eine Bahnstrecke war. Das konnte man super in der Mapy-App sehen. Und da erlebten wir eine echte Überraschung …

Im Schlaraffenland

Mirabellen an der alten Bahnstrecke am Zernsdorfer Weg, südöstlich von Stolpe

Die ganze Strecke entlang stand ein Mirabellenbäumchen neben dem anderen. So eine Freude, es war wie im Schlaraffenland. Und alle waren sie reif.  Wir stopften uns die Bäuche voll und nahmen uns auch ein paar der Früchte mit. Ich entwickelte die Theorie, das die früheren Bahnreisenden gern Mirabellen aßen und die Kerne dann aus dem Zug spuckten. Lustig war auch, das alle Bäumchen nur auf einer Seite der Strecke standen. 😲

Gesummel und Gebrummel

Als wir dann auf freies Feld trafen kam dann auch schon die nächste Überraschung. Wiesenblumen soweit das Auge reicht. Ein Gesumm und Bebrummel um uns herum. So viele verschiedene Blumen und Gräser. Einige kannten wir noch aus der Kindheit, andere waren uns völlig unbekannt. So ein schönes Blumen-Meer. ❤

Eine Siedlung mit alter Geschichte

Als nächstes waren wir dann in der Invalidenhaussiedlung Frohnau. Diese Backstein-Siedlung wurde mit einem Haus im Jahre 1705 begonnen. Hier sollten die kriegsbeschädigten Offiziere kostenlose Ruhe und Versorgung genießen. Zum heutigen Zeitpunkt ist diese Siedlung eine gemeinnützige Stiftung des öffentlichen Rechts.

Die Natur knabbert an der Bank, Invalidensiedlung

Der Stahlturm auf dem Gelände ist dem Oberst W. Staehle gewidmet, der kurz vor Kriegsende von den Nationalsozialisten erschossen wurde und die Mörserkanone in einem  Garten-Arrangement  stammt aus der Produktion einer Spandauer Gießerei.

War wieder eine super Wanderung mit euch. ❤

Nun folgt der Verfolgungstrack, achtet auf den Mirabellenweg südöstlich von Stolpe, da kann man Naschen gehen. 😉

https://www.komoot.de/tour/453984410?ref=aso

Und die Fotos, lauter grüne … 😍

Brücke Briese Mirabellen satt
Am Anfang des Erlenbruchs, nörlich von Birkenwerder
Brücke Briese Mirabellen satt
« von 28 »

 

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