Potsdam, von Babelsberg in die Parforceheide

Eine merkwürdige 16,9 km Wanderung mit Open-Air Kino, einem Zaunlabyrinth, ein wenig Jakobsweg, einem Suchspiel, vielen Pferdchen und einer Erziehungsanstalt.

Das Dreamteam war wieder unterwegs, Ralph und ich, und dieses Mal war ich dran mit der Planung einer Route. Natürlich hab ich auch nach einem kleinen Lost Place Ausschau gehalten. Ich hatte ein paar Tipps bekommen und trug die Koordinaten in meine Mapy-App Planung ein. Im Bereich Güterfelde sollen ein paar versteckte kleine Schätze liegen. Los ging’s in Potsdam Babelsberg und dann in südliche Richtung.

Defa-Filme open Air

Am Anfang kamen wir in ein Neubaugebiet, Drewitz, in dem alle Straßennamen etwas mit der Filmbranche zu tun haben. Verschachtelt standen hier hübsche Wohnblocks mit bunten Balkons und in der Mitte wurde gerade eine große Leinwand aufgebaut. Hier sollen in den nächsten 10 Tagen alte Defa-Filme und Ausstellungen gezeigt werden. Die Aufbauarbeiten waren in vollem Gange.

Neubaugebiet Drewitz, Aufbauarbeiten

Wir kamen mit den Veranstaltern ins Gespräch und erfuhren somit aus erster Hand von der abendlichen Eröffnungsparty mit Bürgermeister, zurückkommen um diesem Event beizuwohnen, wollten wir allerdings nicht.

Das Zaunlabyrinth

Anschließend ging’s durch die echt große Wohnanlage mit vielen Zäunen, bisschen wie Mauerbau zum Durchgucken. Wir befragten einen Anwohner nach diesem komischen Zaun Labyrinth und erhielten zur Antwort, das die Hunde des Nachbarhauses doch nicht in ihre Anlage kacken sollen. Ich lass das mal unkommentiert, denn ich fand diese Aussage doch sehr irritierend.

Das Ende des Zaunlabyrinths

Irgendwann hatten wir uns in dem Zaungewirr in eine Sackgasse manövriert und standen nun vor verschlossenen Toren. War ein bisschen wie begrenzter Freigang. Was nun, den Weg zurück, drüber klettern. Ralph hatte eine Idee. Mit einer alten Scheckkarte öffnete er ratz fatz das Tor und wir waren frei unseren Weg fortzusetzen. Wenn ihr diesen Track nachwandern wollt, solltet ihr hier eine Alternative in Betracht ziehen.

Ein wenig Jakobsweg

Gleich hinter der Wohnanlage begann dann der Wanderweg Richtung Güterfelde. Sogar ein kleines Stück des Jakobswegs lag auf unserer Strecke, Kopfsteinpflaster, also alte Verbindungsstraßen zwischen den sich ausbreitenden Dörfern.

Das Suchspiel

Im Bereich Güterfelde schlugen wir uns durch die Landschaft, das Gehen war anstrengend, sandige Wege, bei jedem Schritt hatte man das Gefühl wieder zurück zu rutschen. Oder meterhohe Brennnessel Teppiche auf sehr unebenem Untergrund, jederzeit hätte man in ein Loch stapfen können, also nicht wirklich eine Spaß-Veranstaltung.

Zu allem Überfluss fanden wir dann die begehrten Objekte nicht und waren dementsprechend frustriert, also zumindest ich, denn ich hatte ja geplant. Und ich hatte nicht nachrecherchiert. Das wird mir eine Leere sein. Einzig einen kleinen Bunker-Unterstand fanden wir. Nach einer Weile Sucherei gaben wir dann auf und setzten die Wanderung fort.

An zwei Panzersperren am Wegesrand machten wir eine Pause. Als wir Leute, die uns entgegen kamen nach alten Relikten fragten, erzählten sie uns, dass an anderer Stelle einige Bunker zu finden seien, sogar mit Hinweisschild, Ruine. Jetzt war ich total frustriert, ich checkte das Internet und fand alles beschrieben, allerdings an ganz anderer Stelle.

Pause auf der Panzersperre

Pferdehöfe ohne Ende

Jetzt bewegten wir uns Richtung Schenkenhorst, erst auf Asphalt und dann wieder Sandwege. Je näher wir diesem Dörfchen kamen um so mehr Pferdehöfe sahen wir. Kleine und auch größere Anlagen. Ich habe noch nie so viele Pferde auf einem Haufen gesehen.

Jetzt war auch die Sonne weg, die sich vorher wenigstens ab und zu mal blicken lies, heul. Die Kälte kroch uns in die Klamotten und ließ uns frieren. Der Herbst kommt so schnell dieses Jahr, der Körper ist noch nicht darauf vorbereitet, denn letztes Wochenende hatte ich noch nackte Beine.

Da uns etwas zu kalt wurde, legten wir einen Zahn zu, die Wege waren etwas besser, meist Feldwege.

Die Erziehungsanstalt

Symmetrisch angeordnete Gebäude in piko bello Parkanlage

Auf dem letzten Abschnitt entdeckten wir die landwirtschaftliche Erziehungsanstalt Struveshof mit ihren vielen Gebäuden und den netten Parkanlagen dazwischen. Jede Menge Infotafeln informierten über dieses brandenburgische Denkmal.

Die Erziehungsanstalt Struveshof wurde um 1900 angelegt und war dazu gedacht Waisen und vernachlässigte Kinder außerhalb der Stadt unterzubringen. Es war für Jungen zwischen 12 und 18 Jahren bestimmt und sollte sich mit eigener Landwirtschaft versorgen.

1943 wurde es bei einem Bombenangriff schwer beschädigt, die Rote Arme nutzte es dann als Lazarett und Kommandantur. Später wurde es dann Jugendhof und ab 1962 Sitz des Zentralinstituts für die Weiterbildung von Erziehern, Lehrern und Schulfunktionären. Und auch heute wird es noch als Bildungsstandort genutzt. Es ist jetzt Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg.

Ich mach mal den Track hier hin, wie immer, aber empfehlen kann ich die Tour nicht und nachgehen würde ich die auch nicht.😂

https://www.komoot.de/tour/493384372?ref=aso

Ein paar schöne Fotos habe ich dann doch noch mitgebracht 😍

Parforceheide am Jakobsweg
Eine merkwürdige Wanderung in vielerlei Hinsicht beschreibe ich hier. Los ging's in Potsdam Babelsberg und dann nördlich in Richtung Drewitz. - Die ganze Geschichte findest du im Blogbereich.
Neubaugebiet Drewitz, Aufbauaarbeiten
Parforceheide am Jakobsweg. LPs enttäuschen
« von 22 »

 

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