Oranienburg Loop, allein im Wald

17 km Wanderung mit Wildnisanteilen, jede Menge Wasser von oben und unten, schicken Brücken, einer versperrten Lungenheilanstalt und einer alten Schleuse und immer wieder fantastische Ausblicke auf die glatte Oberfläche zweier fantastischer Seen. 

Ich  kam Mittags ganz gemütlich in Oranienburg an. Auf dem Bahnhofsvorplatz herrschte reges Treiben, denn hier wird alles umgestaltet, die prächtigen Bauten werden neu in Scene gesetzt.

Nach der Überquerung der Bahngleise gings nordöstlich direkt an den Lehnitzsee. Das Wetter war nicht so doll, regnerisch aber nicht kalt. Immer wieder konnte ich einen Blick auf die spiegelglatten Oberflächen der Seen werfen, der trotz der Düsternis einen fantastischen Ausblick ermöglichten.

Die Schleuse

Ich passierte die Lehnitz-Schleuse, die den Oder-Havel-Kanal mit dem Lehnitzsee verbindet, übrigens der Europäische Fernwanderweg E10. Neben der neuen Anlage der Schleuse konnte man auch noch die alten Gemäuer entdecken, die allerdings schon ziemlich marode wirkte. An der Landseite kleine Lauben, teilweise verlassen.

Oranienburg Loop
17 km Wanderung mit Wildnisanteilen, jede Menge Wasser von oben und unten, schicken Brücken, einer versperrten Lungenheilanstalt und einer alten Schleuse und immer wieder fantastische Ausblicke auf die glatte Oberfläche zweier fantastischer Seen.
Umgestaltung des Bahnhof-Vorplatzes
Oranienburg Loop
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Die Lehnitz-Schleuse liegt in der Nähe des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Sie gleicht die Höhenunterschiede der Wasserstraßen aus und ist eine verkehrsreiche Verbindung. Die neuen Tore haben einen Klappmechanismus, während das ältere Tor ein Hubvorrichtung aufweist. Dieses Tor scheint aber nicht mehr in Benutzung zu sein, denn ein alter Kahn lag in seiner Einfahrt und es sah auch schon ein wenig mitgenommen aus.

Lungenheilanstalt

Ich kam zügig voran, erkundete die Brücken, die mir begegneten und traf dann am Grabowsee auf das Gelände der Grabower Heilstätten, leider verschlossen, nur am Wochenende geöffnet, und auch nur mit Voranmeldung.

Kurz entschlossen und leicht enttäuscht umrundete ich das Gelände auf einem Trampelpfad, um vielleicht noch einen Blick auf die vielversprechenden Gebäude im Inneren werfen zu können. Ich entdeckte eine Street-Art-Galerie im Eingangsbereich und hielt meinen Gimbal hin und wieder über den Zaun, denn mit meinen 1,56 cm Höhe war es mir oft nicht möglich über den Zaun zu schauen. Übrigens das gesamte Gelände gesichert wie Fort-Knox.

Die Heilstätte Grabowsee ist eine ehemalige Lungenheilanstalt,  sogar die erste die es in Norddeutschland gab. Sie wurde 1896 vom Deutschen Roten Kreuz gegründet und war nach 1945 ein Militärlazarett. Sie diente oft als Filmkulisse und wurde 2010 teilsaniert. Das gesamt Gelände besteht aus 41 Gebäuden mit gärtnerischen Anlagen.

Allein, allein

Ich umrundete das Gelände auf einem Trampelpfad, aber auf einmal war der Weg nicht mehr zu entdecken und da stand ich nun, ganz allein im Wald. Der Empfang schlecht. Ich musste einen Weg durch die Wildnis zum nächsten offiziellen Weg finden. Ich switchte zwischen der Mapy- und Komoot-App hin und her, hielt immer wieder an und korrigierte meinen Weg. Hier muss ich einmal anmerken das die Komoot-App schneller reagierte und ich somit meinen Weg auch besser fand.

Über Stunden sah ich keinen Menschen und als ich den Weg wiedergefunden hatte, machte ich am Wegesrand auf einem Mooshügel eine ausgedehnte Pause. Ein herrlicher Wald, und die Wege wirklich schön zu laufen.

Fundstücke

Rechts und links fand ich immer wieder die Überreste aus vergangener Militärzeit und Ausblicke auf die Seen. Wieder fast am Ausgangspunkt angekommen überquerte ich auf einem schmalen Fußweg die  Eisenbahnbrücke, ein Zug ratterte mit ohrenbetäubendem Lärm an mir vorbei. Überhaupt waren die Brücken auf diesem Weg echt ein High-Light.

Wenn ihr diese Tour wandern wollt würde ich allerdings die Strecke durch den Wald nicht empfehlen, das ist eher was für Abenteurer, aber sonst, echt klasse.

https://www.komoot.de/tour/506450462?ref=aso

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