Der Grunewald mit seinen kleinen Schluchten, die Zuflucht am alten Wasserwerk und die Sandgrube im Jagen

19,6 km quer durch den im Lichtspiel glänzenden Grunewald, mit einem Ökohof zum Erleben, leuchtender Kunst im Museumsgarten, ganz kleinen Schluchten, einer Zuflucht am alten Wasserwerk, einem gesprengten Sprengplatz und dem Mond im Jagen.

Es folgt das Fotoalbum mit kleinen Videos und danach die Wegbeschreibung mit Infos!

Team Ralph und Clara erwanderten einen Teil des 3000 Hektar großen Grunewalds, der in den westlichen Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf liegt.

Ökohof und Workshops

Wir starteten am Bahnhof Lichterfelde West und zogen los in Richtung Domäne Dahlem, wo wir uns einen Kaffee könnten. Das Landgut mit Museum und Freizeitmöglichkeiten betreibt ökologische Landwirtschaft. Hier kann die Familie bei gepflegtem Essen unter vielen Aktivitäten wählen, dazu gehört Traktor fahren, oder ein Besuch der Tiere des Hofes, aber auch Workshops und Marktfeste werden angeboten.

Nach und nach füllte sich das Gelände mit dem fröhlichen Lachen der Kinder und dem Geschnatter der Eltern. Für uns war es genau der richtige Moment, diesen Ort zu verlassen und uns dem Wald zuzuwenden, der jetzt mit seiner Stille auf uns wartete.

Leuchtende Kunst

Wir passierten wir den Pücklerpark und entdeckten danach das Kunsthaus und das Brücke-Museum.

Der Garten des Kunsthauses war geschmückt mit Edelstahl Statuen, die herrlich leuchteten, hier drehten wir eine kleine Runde durch den Park. Auf das Brücke-Museum verzichteten wir dann aber, weil wir 20 km geplant hatten und die Winterzeit den Aufenthalt im Wald begrenzte.

Die kleinen Schluchten

Im Vorfeld hatte ich die kleinen Schluchten im Grunewald auf der Mapy Karte entdeckt. Diese wollten wir uns einmal genauer ansehen. Es waren dann doch eher Schlüchtchen, die wir zu überwinden hatten, aber schön war die Ecke auf jeden Fall. Durch die Bäume fiel das Licht mit langen Schatten auf den Waldboden und erzeugte coole Lichtspiele.

Zuflucht am alten Wasserwerk 

Für diese Wanderung hatten wir keinen Lost Place geplant, aber wie das manchmal so ist, stehen wir mitten im Grunewald vor einem notdürftig verschlossenen Areal, auf dem ein Haus steht, das vollständig zugemauert wurde. Um das Areal herum jede Menge Müll.

Wir erkundeten dieses Kleinod von allen Seiten und entdeckten an der nicht einsehbaren Stirnseite die Überreste von Nächtigungen. Zelthäuser, eine Kochstelle und die Gestaltung des Gartens überraschte uns. Hier muss eine Zeitlang eine Gruppe von Menschen Zuflucht gefunden haben, alles sah nach einem schnellen Aufbruch aus.

Das Reetdach des alten Wasserwerks ging in einer Nacht im Jahr 2016 in Flammen auf. 50 Feuerwehrkräfte versuchten zu verhindern, dass die Flammen auf den Wald übergreifen, glücklicherweise erfolgreich.

1957 erbaut wurde das Wasser mit Hilfe tiefer Brunnen das Wasser aus dem Rienmeisterfenn gepumpt. Doch das Wasserwerk hatte nur eine geringe Leistung und wurde 1995 stillgelegt, aber betriebsbereit gehalten.

2007 wurde dieses Gelände als Ausflugslokal ausgestattet. Das hier ansässige “Waldhaus Ostermann” war gut besucht, doch die Berliner Wasserbetriebe hatten andere Pläne. Das Gebäude sollte abgerissen und der Brunnen reaktiviert werden? Nun ist es immer noch da.

Abriss?

Weiß einer von Euch mehr darüber? Kommentare können auch im Google Fotos abgegeben werden, dort muss man sich nicht anmelden!

Der Sprengplatz

Als nächstes überquerten wir die AVUS, und näherten uns dem Sprengplatz, auf dem es im Sommer zu einem bedrohlichen Feuer gekommen war. Noch immer war das Gelände weiträumig abgesperrt und auch die Wege waren nicht zugänglich. Als wir den Weg zum Sprengplatz hinauf sahen, entdeckten wir ein Polizeiauto, das direkt vor dem Eingang Posten bezogen hatte und hier augenscheinlich das Gelände bewachte.

Wir hatten gehofft einen Blick auf die verkohlten Bäume werfen zu können, doch das war hier nicht möglich. Überall sollen noch versprengte Überreste der Detonationen im Wald liegen.  Jetzt, wo das Laub darüber liegt, ist es sicher nicht möglich, die versprengten Teile zu entdecken. Man muss wohl davon ausgehen, dass dieses Areal lange nicht betreten werden kann.

Die Bomben aus Berlin

Der Sprengplatz wurde 1950 von der US-Berlin Brigade angelegt und zur kontrollierten Sprengung der Weltkriegsmunition genutzt. Bis vor kurzem wurde hier auch weiter gesprengt. Rund 70 kleine Sprengungen pro Jahr waren die Regel.

Nach dem Brand in diesem Sommer 2022, bei dem es einige unkontrollierte Detonationen gab und ein großer Teil des Waldes in Gefahr war, ist nun alles wieder offen. Es wird diskutiert und beratschlagt, welche Nutzung für die Zukunft noch möglich ist.

Der Mond Im Jagen

In der Dämmerung erreichten wir die Sandgrube Im Jagen. Der Mond war gerade aufgegangen und tauchte die Szenerie in ein unwirkliches Licht.

Die Sandgrube Im Jagen bildete sich in der Eiszeit und war zu Zeiten des kalten Krieges eine wichtige Rohstoffquelle der Bauindustrie. Durch den Sandabbau entstand eine 15 ha große Grube, die sich teilweise mit Wasser füllte. Kleine Seen, feuchte Weidenbrüche und vegetationslose Sandflächen wechseln sich in dieser ungewöhnlichen Landschaft ab.

Scheune

Kurz vor dem Bahnhof entdeckten wir das Restaurant „Scheune“, aus dessen Fenster eine warme, wohlige Atmosphäre herüberschwappte. Das Wetter hatte sich merklich abgekühlt, so beschlossen wir kurzfristig in das Restaurant einzukehren und uns einen leckeren Flammkuchen zu gönnen, der köstlich schmeckte.

 

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