Archiv der Kategorie: Lost Places

Havelrunde für die Bronchien

Seit ein paar Tagen plage ich mich mit einer Erkältung herum. Der Husten macht mir arg zu schaffen und natürlich habe ich auch Angst mich wieder mit dem Corona Virus anzustecken. Die Fahrt mit der U-Bahn ist wirklich kein Spaß mehr, Hustenanfälle und viele Leute schauen ganz schön komisch.

Zur Stärkung meiner Bronchien habe ich eine Havelrunde in entspanntem Tempo am Nachmittag unternommen. Den ganzen Tag war es trüb und düster gewesen. Aber am Ende der Strecke wurde ich dann mit einem sensationellen Sonnenuntergang belohnt. Diese Farben waren einfach unwiderstehlich.

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Havelrunde für die Bronchien
Zur Stärkung meiner Bronchien habe ich eine Havelrunde in entspanntem Tempo am Nachmittag unternommen. Den ganzen Tag war es trüb und düster gewesen. Auf der Hälfte der Strecke wurde ich dann noch mit einem sensationellen Sonnenuntergang belohnt.
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Havelrunde für die Bronchien
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Riesige Wohnriegel

Gut zu erkennen war auf dieser Wanderung der riesige Wohnriegel der an der Spandauer Havel gerade hochgezogen wird. Von dort oben muss ein unglaublichen Blick auf die Umgebung möglich sein.

Dieses Gelände wird durch ein landeseigenes Wohnungsbauunternehmen erbaut, 2500 Wohnungen sollen auf dem seit Jahrzehnten brach liegenden Gelände entstehen. Viele Veränderungen habe ich im letzten Jahr auf meinen Havelrunden bemerkt und darüber berichtet. Unter dem Stichwort „Havelrunden“ kannst du die Veränderungen in Schrift und Fotos mitverfolgen.

Der riesige Wohnturm von der Spandauer Seebrücke aus

Das alte Filmgelände

Das alte Filmgelände der CCC-Filmstudios liegt an der Daumstraße in Spandau und reicht mit seinen Ausläufern bis an die Havel heran.

1946 gründete Artur Brauner diese Filmfirma und schon ein Jahr später wurde das Lustspiel Herzkönig produziert. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine erfolgreiche Mischung aus Drama, Krimi mit komödiantischen Aspekten zwischen ernsthafter Kinokunst und Unterhaltungsfilmen.

In den 60iger Jahren wurden aufwendige Großproduktionen und Historiendramen wie „Das indische Grabmal“ hergestellt. In den 70igern zeugen die Filme von Brauners nachhaltigen Interesse, die Verbrechen des Nationalsozialismus künstlerisch zu thematisieren.

Mit dem Beginn der 2000er Jahre folgten dann TV Serien wie „Im Namen des Gesetzes“ oder „KDD-Krimialdauerdienst“, die über viele Jahre liefen. Seit Mitte 2015 ist Artur Brauners Tochter Alice Chefin des Unternehmens und führt diesen erfolgreich weiter. Es wurden Serien wie „Dark“, „Ku’damm 56“ oder „Ku’damm 59“ produziert.

Versperrt

Aufgrund der Bauarbeiten war der schönste Abschnitt von der Spandauer Seebrücke bis zur kleinen Eiswerder Brücke leider gesperrt. Ich entdeckte mehrere Bagger, Container und eine Menge Bauleute.

Glücklich, zufrieden und unglaublich entspannt war ich nach 2 Stunden wieder Zuhause. Was habe ich doch für ein Glück an einem so wunderschönen Ort zu wohnen.

Blick auf die Havel vom Gelände der Havelwerke

Den Weg an sich werde ich nicht mehr beschreiben, denn das habe ich in vielen anderen Havelrunden schon getan, und es gibt jede Menge Tracks in anderen Havelrunden-Beiträgen zum Herunterladen.

 

 

 

 

Vogelsang, die alte Garnison wird platt gemacht

Der 100ste Beitrag ist die Entdeckungswanderung in der ehemaligen Garnison Vogelsang mit außergewöhnlicher Street-Art, verschlossenen Bunkertoren, großzügigen Kultur- und Sportstätten, sowjetischer Kunst und einem alten Kaufhaus.

Schon seit langem haben Ralph Bauer und ich mit diesem Lost Place geliebäugelt. Die Fotos, die wir sahen, waren extrem beeindruckend und so machten wir uns auf auch diesen verlassenen Ort zu erkunden.

Dies ist nun der 100ste Beitrag dieses Jahres . Wer hätte das gedacht, am wenigsten ich selbst. Ich kam so überraschend zu dem Blog. Eigentlich wusste ich gar nicht genau, was da auf mich zukommt. Aber ich hatte Lust darauf einmal etwas Neues auszuprobieren. … 🥰


Fotogalerie

Vogelsang
Am Sonntag, den 14. November 2021, streiften wir durch das riesige Gelände der ehemaligen russischen Garnison Vogelsang.Man ist dabei, die militärischen Gebäude abzutragen.Vieles ist bereits verschwunden - einige harte "Brocken" werden wohl aber noch lange im Boden des heutigen Naturpark Uckermärkische Seen zwischen Zehdenick und Templin verbleiben.Wir sahen uns um - und hatten Spaß bei diesem spannenden Explore Hike - das könnt Ihr in diesem Video sehen, das bereits fertig ist.Auch fertig ist das Fotoalbum zu dieser Wanderung.
Startpunkt Bahnhof Vogelsang, Bedarfshalt
Vogelsang
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Eine Garnison versteckt im Wald

Bei Zehdenick im Wald liegt das verfallene russische Militärgelände Vogelsang, Bis zu 15000 Menschen lebten auf diesem Areal, das jetzt vor sich hin rottet. Bis 1994 war es ein Standort der sowjetischen Streitkräfte. Diese Stadt im Wald verfügte über eigene Kinos, Kindergärten , Sporthallen und Schulen.

1934 begannen die Nationalsozialisten mit dem Bau dieses Areals. Es sollte als Schulungslager für den Reichsnachwuchs werden. Geplant war ein riesiges Gelände dessen Bauarbeiten aber mit dem Beginn des 2. Weltkriegs eingestellt wurden. Die sowjetische Besatzungsmacht, die das Gelände nach dem Krieg übernahm bauten dann viele weitere Häuser. Gerüchte dazu besagen das alte Baupläne entdeckten wurden und als Grundlange dienten. Finanziert wurde das Ganze durch die Deutsche Demokratische Republik.

Wir fuhren mit der Bahn bis Bahnhof Vogelsang. Vorsicht Bedarfshalt, nicht vergessen zu drücken. 

Erwartungsgemäß waren wir die einzigen die aus dem Zug ausstiegen. Da standen wir nun auf dem Bahnsteig, schon der Bahnhof sollte die erste Entdeckung sein. Doch dieser war in der Zwischenzeit wieder in Benutzung. Wir lugten durch die Fenster. Allem Anschein nach war ein Fotograf eingezogen.

Wir gingen ein Stück an den Bahngleisen entlang und bogen dann links in den Wald ab. Schnurgerade Waldwege führten uns zum nächsten High Light.


Video


Bunkereingänge

Wir entdeckten den Bunkerhügel, einen Wachturm mit neuer Nutzung und jede Menge Lagerhallen. Anschließend erklommen wir den Hügel und fanden einen aufgebrochenen Zugang ins Innere, am Hügelrand noch einen weiteren. Da haben wir dann mal reingeleuchtet und ein paar Fotos gemacht.

In der weiteren Wanderung fanden wir dann die Atombunker, mit fest verschlossenen Toren. Die Eingänge waren mit Street-Art der Extra-Klasse ausgestattet und ragten plötzlich aus der prähistorischen Landschaft heraus.

Prähistorisches Gelände

Die Zielköpfe der Raketen waren auf Frankreich und Großbritannien gerichtet. Sie waren Teil der militärischen Konzeption der „Massiven Vergeltung“ und sollte größtmögliche Zerstörung verursachen.

Der Jäger und sein Hund

Nun folgte nach eine Weile Wald auf großzügigen Wegen bis wir um eine Ecke bogen und ein eingezäuntes Areal entdeckten. Teilweise noch mit den alten Betonzähnen abgegrenzt entdeckten wir das haus der Jagdverwaltung. Der Jäger fuhr kurz vorher an uns vorbei und verschwand jetzt durch das geöffnete Tor, das sich sofort hinter ihm schloss. Sein Hund war von unserer Anwesenheit nicht so begeistert und kläffte uns wütend hinterher.

Das Waschhaus

Hinter dem Waschhaus beginnt der Abriss

Das nächste Gebäude war nun  ein ehemaliges Waschhaus. Wir fanden alte Heißmangeln, riesige Waschmaschinen und schöne Street-Art. Langsam gingen wir im Haus in den hinteren Teil und stellten mit Schrecken fest, das hier die Bagger schon ordentlich gewütet hatten. Überall lagen sortierte Schuttberge herum, die zur Abholung bereit lagen.

Sowjetische Kunst 

Ganz am Ende der Baustelle, hinter den Hügeln war dann doch noch etwas zu bewundern. Ein ehemaliges Russendenkmal tauchte vor uns auf. Die Farben auf den großen Wandbildern waren noch zu erahnen.

Die Villa

Die Villa

Die Villa, die wir dann erblickten, war schon von außen sehr beeindruckend. Hier schienen sich Offiziere aufgehalten zu haben, alles war ein bisschen schicker und großzügiger ausgestattet.

Sport

Gleich nebenan die Kulturgebäude, eine Sporthalle. Noch hing der Basketballkorb hoch über unseren Köpfen und die Wände leuchteten voller cooler Street-Art. Jemand hatte angefangen die alten Dielenbodenbretter aus der Verankerung zu lösen, ein Teil lag in einer Ecke herum.

Theater und Kino

Der schräge Kino- und Theatersaal

Dann gleich ein weiteres High Light, das Theater, oder Kino. In jedem Raum gab es was neues zu entdecken. Der Kinosaal mit schrägem Fundament, die Holzaufbauten der Bühne, vieles noch erlebbar. Auch kleinere Bühnen und Schulungsräume entdeckten wir noch in diesem Komplex.

Das Kaufhaus

Ganz erschlagen und auch etwas sprachlos von den vielen Eindrücken wanderten wir weiter und fanden auch noch das Kaufhaus, das mit seiner besonderen wellenförmigen Dachkonstruktion jedem ein Begriff ist.

Die Wege dieser Wanderung waren sehr unterschiedlich, breit und zügig zu gehen genau so wie durch die Wildnis. Aber eines ist hier ganz besonders zu beachten, dieses Militärgebiet ist noch nicht kampfmittelgeräumt und verbirgt in seiner Erde auch eine Menge Gefahren.

Jetzt kommt der Verfolgertrack!

https://www.komoot.de/tour/564917613?ref=aso

 

 

 

 

Dallgow-Döberitz mit Sunset

Schon vor einigen Monaten habe ich mit einem Freund einen Ausflug in den Abendstunden unternommen. Wir besuchten das Militärgelände in Dallgow-Döberitz als die Sonne langsam hinter den Gebäuden verschwand.

Wir fanden Lagerhallen und Kasernen, sogar ein Schwimmbad. Um das Schwimmbad herum waren Froschzäune, die wohl geschützt werden sollen, denn zur Straße hin wird das Gelände schon mit Baggern bearbeitet. Langsam arbeiten sie sich im Gelände voran.

Dallgow Döberitz mit Sunset
Schon vor einigen Monaten habe ich mit einem Freund einen Ausflug in den Abendstunden unternommen. Wir besuchten das Militärgelände in Dallgow-Döberitz als die Sonne langsam hinter den Gebäuden verschwand.
Die Garnison in der untergehenden Sonne
Dallgow Döberitz mit Sunset
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Kleine Geschichte

Der Truppenübungsplatz Döberitz, oder Heeresschule Döberitz diente 300 Jahre lang verschiedenen Armeen. Zuerst von der preußischen Armee, der Reichswehr, der Wehrmacht und schlussendlich der sowjetischen Besatzungstruppen genutzt. Seit 1992 ist es verlassen.

Seinen Namen erhielt dieses Areal durch das Dorf Döberitz, dass bis 1895 in der Mitte des  Geländes lag. Die Häuser wurden dann durch das Wach- und Arbeitskommando bezogen und die Bewohner ausgelagert.

Herzklopfen

Weg aufs Dach

Als wir uns alles so ansahen, entdeckten wir plötzlich Leute auf dem Turm. Wir machten uns auf den Weg, liefen durch die Gänge, die Treppen rauf und dann sahen wir sie, die Tür auf das Dach.

Jetzt hatte ich aber richtig Herzklopfen, wie immer wenn mich meine Höhenangst packt. Aber den Ausblick konnte ich mir auch nicht entgehen lassen. Also mit Schwung durch die offene Tür und gleich erst einmal an die Außenwand gedrückt. 😂

Wir waren eine ganze Weile da oben und langsam aber sicher traute ich mich immer weiter. Und der Ausblick, der war einfach atemberaubend.

Zu diesem Beitrag gibt es keinen Track, ich hab vor Aufregung vergessen ihn anzuschalten.😮

Hier aber einen Lageplan.

Der Plan

 

Video und Fotos: Vogelsang – die große Garnisonsstadt wird abgetragen


Am Sonntag, den 14. November 2021, streiften wir durch das riesige Gelände der ehemaligen russischen Garnison Vogelsang.
Man ist dabei, die militärischen Gebäude abzutragen.

Vieles ist bereits verschwunden – einige harte „Brocken“ werden wohl aber noch lange im Boden des heutigen Naturpark Uckermärkische Seen zwischen Zehdenick und Templin verbleiben.

Wir sahen uns um – und hatten Spaß bei diesem spannenden Explore Hike – das könnt Ihr in diesem Video sehen, das bereits fertig ist.

Auch fertig ist das Fotoalbum zu dieser Wanderung.
Ein ausführlicher Blog-Beitrag ist noch in Arbeit.

Video direkt auf Youtube schauen: www.Youtube.com/watch?v=h_GyinfMiPM

Die dazugehörige Fotogalerie als saubere Slide Show ist hier zusehen:

Claras.IllustrierteWelt.de/bwg_gallery/vogelsang

Und jetzt folgt der Komoot-Track:

www.Komoot.de/tour/564917613

Mehr – Vogelsang von oben …

Video und Fotos: Vogelsang – die große Garnisonsstadt wird abgetragen weiterlesen

Rathenow, Halloweentour mit Lost Places und Gekrabbel

Halloween-Wanderung auf der Suche nach Überresten aus dem 2. Weltkrieg, wundersam verkleideten Häusern und Bäumen, ekeligen kleinen Krabbeltierchen, verschlossenen Kasernen am Stadtrand und einem Heimweg zur blauen Stunde.

Bei der Planung entdeckten wir eine Flakstellung und Schießanlagen aus dem 2. Weltkrieg, die wir natürlich auch gern finden wollten. Ralph Bauer hatte noch den Standort der Kasernen nahe Rathenow ausgemacht, die wir an die bestehende Tour dranhängten. So kam es dazu, das dieser Track kreuz und quer durch den Wald verlief.

Jetzt folgen erst einmal die Fotos. Wer weiterlesen möchte, kann die Geschichte um die verkleideten Häuser, die Krabbeltierchen und die Kasernen im Anschluss verfolgen.

Halloween Wanderung Rathenow
Halloween-Wanderung auf der Suche nach Überresten aus dem 2. Weltkrieg, wundersam verkleideten Häusern und Bäumen, ekeligen kleinen Krabbeltierchen, verschlossenen Kasernen am Stadtrand und einem Heimweg zur blauen Stunde.
Fundstücke im Wald
Halloween Wanderung Rathenow
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Verkleidete Häuser 

Auf dem Weg aus der Stadt heraus kamen wir an herausgeputzten Häusern und Gärten vorbei, die sich auf das heutige Halloweenfest vorbereitet und ihre Häuser und Gärten fantasievoll geschmückt hatten. Immer wieder gab es neue kleine Gruseligkeiten zu entdecken. 😂

Im Wald angekommen wandelten wir durch bunte Laublandschaften, entdeckten einen alten Wachturm, der das neue Heim von Fledermäusen war und einen Baum,  mit einem BH.

Überreste

Die alte Flakstellung, die wir dann erreichten vermittelte uns einmal mehr wie geschichtsträchtig die Randgebiete Berlins sind. Dann kamen wir an einem kleinen See vorbei und ein sehr altes Schwimmbad entdeckten wir ebenfalls.

Anschließend erwanderten wir die noch gut erhaltene Schießanlagen etwas weiter östlich. Dazu mussten wir immer wieder bergauf und bergab durch unwegsames Gelände. Die Äste der Bäume webten ein enges Netz, durch das wir hindurch mussten.

Das große Krabbeln

Ich hatte das Gefühl bei mir kribbelt es überall, als hätten sich kleine Spinnen in meinem Haar verfangen und seilten sich nun über meine Zöpfe hinab. Ich ignorierte das Gekrabbel soweit es möglich war und entdeckte dann auf dem Heimweg im Zug etwas richtig ekliges.

Verschlossene Unterkünfte

Auf der Navi App hatten wir die Kasernen ausgemacht, die im Satellitenbild noch intakt aussahen.  Als wir vor ihnen standen konnten wir sehen, das die Gebäude ebenfalls dem Verfall überlassen wurden. Um die Kasernen herum gab es viele Anwohner und das Gelände war gut gesichert, heißt die Zäune geschlossen und durch Anwohner geschützt. 😢

In der Recherche im Anschluss an die Wanderung fanden wir heraus, dass die mehrstöckigen Gebäude, die zur Zeit des Nationalsozialismus errichtet wurden, heute zum einem großen Teil  entkernt sind. Alles scheint noch gut erhalten, kaum Vandalismus zu erkennen. In einigen Gebäuden waren auch noch alte Relikte zu finden, wie z. B. ein alter Herd.

Die blaue Stunde

Da es schon langsam dunkel wurde blieb aber leider keine Zeit sich die Anlage anzusehen. Vielleicht bei einer zweiten Tour zu einem späteren Zeitpunkt.

In der Dämmerung zurück zum Bahnhof

In der Dämmerung, also zur blauen Stunde, kehrten wir zurück in die Stadt, genossen noch einen Blick auf das Kulturhaus mit Wasserspielen in Vordergrund und die belaubten Wege im Lampenscheinlicht. 😊

Da diese Tour nur kleine Teile im Gelände beinhaltet ist sie auch für ungeübtere gut zu erwandern, denn meist waren wir auf breiten Wald- und Feldwegen unterwegs. Die Passagen durch das Gelände sollten dann einfach auf den Wegen umgangen werden.

Gekribbel in der Jacke

Als wir am Zug angekommen waren, hatte sich der Himmel verdunkelt und die Sonne war am untergehen. Mir kribbelte es jetzt echt extrem am Körper. Bei Licht in der fast leeren Bahn fing ich dann an dem Gekribbel auf den Grund zu gehen. Ich fand Zecken, wie ekelig, sieben Stück. Sie hatten sich in meine schöne Fleecejacke eingenistet und wurden nun abgepflückt. 😱

Wer Lust hat kann diese Wanderung auch mit der Stadtwanderung durch Rathenow kombinieren. Den link dazu findet ihr im Anschluss.

Rathenow, die Stadt der Optik

Jetzt folgt der Track für euch. Viel Spaß beim Nachwandern.

https://www.komoot.de/tour/545701731?ref=aso

 

Jüterbog Geocaching, vom Alten Lager bis nach Treuenbrietzen

23,3 km Geocaching-Wanderung nördlich von Jüterbog. Diese von Ralph Bauer vorbereitete Strecke hatte so einige Überraschungen für uns parat, noch während der Wanderung entdeckten wir durch das hineinzoomen in die Navi-Apps noch viel mehr. Lasst euch überraschen …

Am Ende des Beitrags findet ihr den Komoot-Track und den link zu Teil 1, Jüterbog Jammerbock, die alte Stadt und die riesige Garnison.

Sportkulisse

Als erstes fanden wir das Stadion, das auch heute noch als Fußballplatz genutzt wird. Der Rasen war super gepflegt und zur Benutzung bereit. Die Gebäude drum herum lassen erahnen wie einschüchternd imposant dieser historische Ort einmal gewesen ist.

Jüterbog 2 Altes Lager
Als erstes fanden wir das Stadion, das auch heute noch als Fußballplatz genutzt wird. Der Rasen war super gepflegt und zur Benutzung bereit. Die Gebäude drum herum lassen einen erahnen wie imposant dieses historische Ort einmal gewesen war.
Haupteingang Altes Lager
Jüterbog 2 Altes Lager
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Machtvolle Gebäude

Die riesigen Gebäude der Nationalsozialisten, sollten die Bevölkerung damals einschüchtern und von der Macht dieser Regierung überzeugen. Und auch heute beschleicht uns noch ein unangenehmes Gefühl.

Die Vegetation war üppig und an manchen Stellen fast undurchdringlich. Aber es gab auch die großzügigen Prachtwege, die schnurgerade durch die Landschaft gezogen wurden .

Pitsch-Patsch

Beim Hineinzoomen in die Navigations-Apps sahen wir uns das Gelände einmal etwas genauer an. Oft waren wir schon in ähnlichen Arealen unterwegs und vermuteten dort ein Schwimmbad, das wir versteckt hinter einer Hecke dann auch entdeckten.

Verlassenes Schwimmbad

Die Vegetation hatte sich eigene Wege gesucht und so skurrile Verwachsungen kreiert. Immer wieder ein fantastischer Anblick so ein altes Schwimmbad mit 3 Meter Sprungturm.

Urwald der Vergangenheit

Auf der Suche nach einem großen halbrunden Gebäude, das wir in der Karte entdeckt hatten, kämpften wir uns durch den Urwald der Vergangenheit.

Das Gesuchte war dann auch bald entdeckt, und seine halbrunde leuchtend gelbe Fassade leuchtete durch die Bäume. Aus den Dächern wuchsen kleine Birken und eine offene Tür lockte. Viele der Fenster waren herausgenommen worden und standen nun abholbereit und vergessen in den Räumen, die Öffnungen mit Bretterverschlägen notdürftig verschlossen.

Assoziationen

Anschließend kamen wir zu einem großen Durchgangsgebäude mit Säulen seitlich und großen Freitreppen.  Es entwickelte sich ein beklemmendes Gefühl. Assoziationen zu Aufmärschen, demografischen Reden und Standgerichten stoßen uns durch den Kopf.

Das Förderband

Wir hatten  viel Zeit auf dem Gelände verbracht, verließen es jetzt und kamen dann wieder am Bahnhof vorbei. Schon beim Ankommen hatten wir am Wegesrand ein Gebäude durch die Bäume erspähen können. Nun war der Moment gekommen. Ein Förderband, das hoch hinauf zu einem Turm führte.

Schlemmerbrötchen

An der Treuenbrietzener Strasse war laut Karte eine Bäckerei angezeigt, mitten im Nichts. Da wir uns dieses Mal kein Frühstück aus Berlin mitgebracht hatten waren wir wirklich erleichtert diese geöffnet vorzufinden.

Bäclerei Konrad, lecker Schlemmerbrötchen

Wir verspeisen jeder ein Stück Kuchen und nahmen uns eins dieser Schlemmerbrötchen mit, die uns dann über den Tag versorgen sollten. Die waren vielleicht lecker. Das WC haben wir dann auch noch inspiziert. Alles supi. 😉

Das Tor zu einem neuen Gelände

Frisch gestärkt ging unsere Reise nun weiter an der Straße entlang  in den nächsten Wildnis-Abschnitt.

Moosbedeckte Wände

Hier waren die Gebäude noch weiter verfallen, die Räume feucht und muffig. Aus dem Boden wuchsen Farne und an den Wänden das Moos. Beeindruckende Bilder, wie wir fanden. Soweit wir sehen konnten waren hier früher eine Panzereinheit. In der großen Werkshalle fanden die Reparaturen statt.

Die Fabrik

Die Munitionsfabrik wollten wir noch finden. Wir orientierten uns an den ehemaligen Bahngleisen, die zum großen Teil nicht mehr vorhanden waren, aber alle paar Hundert Meter waren Munitionslagerhäuser an der Strecke.

Die Munitionsfabrik von Innen

Anschließend bewegten wir uns auf den Hauptwegen immer weiter Richtung Norden bis wir in ein hügeliges Areal kamen. Wir erklommen diese und entdeckten dann zwischen ihnen die ehemalige Munitionsanstalt des Alten Lagers. Die großen Maschinenteile, die noch vorhanden waren standen imposant in einer Halle und das Licht, das durch die Decke fiel versetzte alles in ein unwirkliches Licht.

Am rauschenden Bach

Anschließend verließen wir das Gelände und stellten fest, das wir uns wieder viel zu lange aufgehalten hatten. Wir gaben Gas aber wurden dann noch einmal scharf ausgebremst, denn wir passierten nun die Hermannsmühle am Pommerenkenteich.

Das Rad drehte sich stetig im Kreis und rauschte herrlich wild. Wir setzten uns an den See und genossen diese tolle Atmosphäre.

Die rote Mühle

Die ersten Mühlgebäude und Wohnhäuser wurden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet, 1725 wurde der See angelegt. Beim Durchwandern der Gegend konnten wir viele Mahlsteine und anderes Gerät entdecken.

Hermannsmühle Bardenitz

Wir hatten nun noch 7 km vor uns bis zum Bahnhof und so machten wir uns ohne Umwege auf den Weg und kamen pünktlich zum gewünschten Zug an.

Die Wanderung war sehr anstrengend, denn das Gelände war sehr uneben, nicht für jeden empfehlenswert und natürlich auf eigene Gefahr.

Verfolgertrack

https://www.komoot.de/tour/527586673?ref=aso

Link zu Teil 1 – Jüterbog Jammerbock

Jüterbog Jammerbock – Die alte Stadt und ihre riesige alte Garnison

Jüterbog Jammerbock – Die alte Stadt und ihre riesige alte Garnison

18,4 km Stadt- und Wildniswanderung von der Mittelalterstadt Jüterbog in die alten Lager der Garnison, einem Startschuss in die Reformation, der wechselvollen Nutzung eines riesigen Geländes, einem wilden Volk, leuchtenden Fassaden, einem urigen Schwimmbad, einem ungewöhnlich genutzten Flugplatz und dem Fläming-Skate.

JÜTERBOG war „Jammerbock“. Das fand der örtliche Historiker Henrik Schulze heraus, als er sich mit der über 200 Jahre alten Militärgeschichte der Stadt beschäftigte. „Jammerbock“ – so nannten die gequälten Soldaten den Standort während ihrer Dienstverpflichtung in den Kasernen.

Im Anschluss an diesen Beitrag findet ihr den link zur ersten Wanderung vom Alten Lager bis nach Treuenbrietzen. Eine Wanderung mit vielen Überraschungen.

Jüterbog Jammerbock – Die alte Stadt und ihre riesige alte Garnison weiterlesen

Vom Hahneberg nach Groß Glienicke

9,92 km Wanderung mit Geriesel aus der Vergangenheit, vergessenen Dingen,  undurchdringlichem Urwald, dem Riesenpilz, einer ritterlichen Entdeckung, einem nassen Blick und einem religiösen Ende.

Diese Wanderung  ist Teil 2 der Wanderung Hahneberg Sunset, also eine Anschlusswanderung. Wer möchte kann die beiden Routen zusammen legen und hat dann eine ordentliche Tour von ca. 20 km zusammen. Am Ende des Beitrags findet ihr dann auch einen link, der euch zu Teil 1 führt.

Ich fuhr mit dem Bus zum Hahneberg und begann am Fuße des Hügels. Eine Landschaft durch ehemalige Rieselfelder geprägt soweit das Auge reicht. Die Wege leicht sandig, die Sonne warm.

Hahneberg und Glienicke
Die Rieselfelder am Hahneberg
Hahneberg und Glienicke
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Es rieselte

Hin und wieder konnte man die Überreste der Rieselanlagen entdecken. Dicke Rohre, die aus Betonkörpern ragten. In eines dieser Betonkörper konnte ich hinein fotografieren. Ich entdeckte noch alte Ventile und Zuleitungsrohre in bemerkenswert gutem Zustand.

Vergessen

Hier wurde etwas anderes am Wegesrand vergessen

Nachdem das weite Gelände mit unzähligen Pfaden hinter mir lag, ging es am Waldrand entlang. Auf einem umgefallenen Baum  entdeckte ich vergessene Rauchutensilien. Die kleine Dose aus Metall war noch in gutem Zustand, auch wenn das Wetter schon ein wenig an ihr genagt hatte.

Undurchdringlich

Jetzt ging es durch den Wald, die Wege verwuchert und teilweise undurchdringlich. Einen Pfad, den ich ausprobierte um die Straße zu umgehen, konnte ich leider nicht bis zum Ende laufen. Er wurde immer dichter, immer mehr umgekippte Bäume versperrten den Weg und der Boden wurde bei jedem Schritt matschiger. So war ich gezwungen ein Stück an der Straße entlang zu gehen.

Riesig

Der Riesenpilz am Straßenrand

Dort entdeckte ich am Straßenrand einen riesigen Pilz, der mehr als handteller-groß mein Interesse einfing. Ich fand ihn so faszinierend das ich ihn von allen Seiten fotografieren musste.

In der Recherche fand ich heraus, das der ausgewachsene gemeine Riesenschirmling eine Pilzart aus der Familie der Champion-Verwandten ist. Sein Hut kann eine stattliche Größe von 30 cm im Durchmesser erreichen.

Villenpark

Jetzt kam ich an eine alte Mauer. Ich ging an ihr entlang, entdeckte verschlossene Tore und eingefallene Mauern. Am Haupttor angekommen konnte man lesen, das dieses ehemalige militärisch genutzte Gelände zu einem Villenpark umgewandelt wird.

Der kleine Turm am ehemaligen Militärgelände

Ich ging noch eine Weile an der Steinmauer entlang, die teilweise eingestürzt war. Ganz am Ende entdeckte ich dann noch einen kleinen runden Wachturm.

Entdeckt

Eine Weile folgte ich dem Mauerweg und bog dann wieder in den Wald ab, suchte kleine Wege und Pfade auf meiner Mapy App und entdeckte dabei einen Hinweis auf eine Burgruine, die ich dann natürlich auch gleich suchte und fand. Angrenzend war dann noch das imposante Denkmal zu Ehren der Familie Wollank zu entdecken.

Ritterlich

Der heutige Gutspark am Gr. Glienicker See taucht schon im Mittelalter als Rittergut auf. In den darauf folgenden Jahrhunderten lebte verschiedene Adelsfamilien an diesem Ort. Zwischen uralten Bäumen liegt im östlichen Teil des Parks ein halbkreisförmiges Familiengrab mit acht hohen Säulen.

Außerdem fand ich noch einen Turm mit ein paar Mauerresten und einen alten Brunnen. Ein herrlicher Ort um zu verweilen und die Seele einmal baumeln zu lassen.

Nass

Als ich aus dem Wald kam überquerte ich die Straße und war nach ein paar Schritten am Gr. Glienicker See, tolle Aussicht.  Ich entdeckte die Abhörstation auf dem Teufelsberg und den Grunewald-Turm sowie Segelboote, die langsam ihrer Wege zogen.

Am Wasser entlang folgte ich einem Trampelpfad, machte dann einen Rechts-Schlenk und sah etwas Kunst und das Hinweisschild, das eine Kirche in der Nähe geöffnet hatte.

Religiöses

Ev. Kirche Groß Glienicke

Na, die kann ich ja noch mitnehmen, dachte ich so bei mir. Es gab zwei herrliche Nebengebäude unterschiedlicher Epochen und vor dem Gemeindehaus einen sehr alten Baum. Die sich langsam senkende Sonne vollzog ein wunderschönes Lichtinferno in seiner Krone.

Dann begab mich ins Innere der Kirche und ich war echt überwältigt von den vielen kunsthandwerklichen Innenansichten. Es gab ein sehr altes restauriertes Taufbecken und auch die Kanzel und die Sitzreihen waren aufwendig restauriert.

Die ev. Dorfkirche Groß Glienicke ist eine Feldsteinkirche, die im Kern im 13. Jahrhundert entstand. Sie wurde immer wieder umgebaut. Besonders deutlich ist die Aufstockung, die man sehr gut schon von weitem erblicken kann. Und auch heute haben die Gemeindemitglieder viele neue Pläne zum Umbau dieses historischen Denkmals.

Erweiterbar

Den Verfolgertrack könnt ihr euch gleich hier herunterladen. Viel Vergnügen meinerseits.

https://www.komoot.de/tour/514030788?ref=aso

Da diese Wanderung exakt an die Wanderung Hahneberg Sunset anschließt, habe ich euch hier noch einmal den Link gesetzt. Ihr habt die Möglichkeit eure persönliche Tour somit von ca. 10 km auf 20 km zu erweitern.

Hahneberg Sunset

 

 

 

Die Stahnsdorfer Friedhofskirche und die Wege nach Saarmund

16,8 km Wanderung mit einer außergewöhnlichen Kirche, skurrilen Pilzen, einem Fehltritt, einer Berg- und Talbahn und einem Shelter im Wald.

Die heutige Geschichte beginnt in der Stahnsdorfer Bahnhofstraße. Die erste Wanderung mit meiner neuen Wanderfreundin, Miriam.

Dark Side of Stahnsdorf

Zu Beginn unserer Wanderung waren wir auf dem Friedhof Stahnsdorf, der oft der Set für der Netflix Serie Dark war. Die beeindruckende norwegische Stabholzkirche war unser Ziel, denn die hatte ich noch nicht von innen gesehen können, weil sie wegen Corona immer geschlossen war. Ich war selbst sehr gespannt und freute mich darauf Miriam zu überraschen.

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Dallgow-Döberitz, Steingerippe und olympische Reste

Von Kratern und Assoziationen, Erdbeeren in allen Variationen, von Steingerippen und olympischen Resten und modernen Schatzsuchern.

Diese 15,7 km Wanderung durch die Döbritzer Heide führte mich  durch die unnatürliche Natur und bescherte mir ungeahnte Eindrücke . Von Bahnhof Dalgow-Döberitz ging es über Parkwege aus dem Dörfchen heraus. Dann kam die Autobahn, die ich überquerte und jetzt  waldigen  Gelände. Die Wege sandig aber fest und gut zu laufen.

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Oranienburg Loop, allein im Wald

17 km Wanderung mit Wildnisanteilen, jede Menge Wasser von oben und unten, schicken Brücken, einer versperrten Lungenheilanstalt und einer alten Schleuse und immer wieder fantastische Ausblicke auf die glatte Oberfläche zweier fantastischer Seen. 

Ich  kam Mittags ganz gemütlich in Oranienburg an. Auf dem Bahnhofsvorplatz herrschte reges Treiben, denn hier wird alles umgestaltet, die prächtigen Bauten werden neu in Scene gesetzt.

Nach der Überquerung der Bahngleise gings nordöstlich direkt an den Lehnitzsee. Das Wetter war nicht so doll, regnerisch aber nicht kalt. Immer wieder konnte ich einen Blick auf die spiegelglatten Oberflächen der Seen werfen, der trotz der Düsternis einen fantastischen Ausblick ermöglichten.

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Schönwalde Adventure

Abenteuerliche 14 km Wanderung mit exorbitanter Street-Art, einer baufälligen Panzerbrücke, ungewöhnlichen Begegnungen mit einem jungen Filmteam und bellenden Hunden, der Erkundung eines Towers und der Besuch einer Drohne auf dem verwilderten  Flugplatzgelände in der Nähe von Schönwalde.

Das Abenteuer begann am Bahnhof Henningsdorf und sollte so einige Überraschungen parat haben.

Wir zogen bei herrlichstem Sonnenschein quer durch das kleine Städtchen, durchquerten den Hennigsdorfer Friedhof und standen dann bald vor einer riesigen Street-Art-Galerie. Hier waren waren 4 Reihen Mauersegmente parallel zueinander aufgestellt – wie heißen doch gleich diese LPG Zwischenlager? – die mit sensationellen Kunstwerken die optischen Sinne beglückten.

Ich wusste gar nicht wo ich zuerst hinschauen sollte, wundervoll diese Farbexplosionen im strahlenden Sonnenschein. Ich kam aus dem Grinsen überhaupt nicht mehr heraus.

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