Johannisthal, der älteste Flugplatz Berlins, Lost Place und Filmkulisse

6 km ENTDECKER HIKE bei EISIGEN Temperaturen durch einen entstehenden PARK, auf den Spuren der PIONIERE der LUFTFAHRT, umrahmt von bunter KUNST aus neuer Zeit, dem HOUSE of LOVE, dem GEHEIMNIS des TRUDELNS, einer berühmten FILMKULISSE und den beiden beweglichen GLATZKÖPFEN am FORUM ADLERSHOF.

Das VIDEO zum Beitrag über den Flugplatz JOHANNISTHAL ist jetzt fertig. Wieder ist es Ralph Bauer gelungen, die Eindrücke auf dem verlassenen Gelände fokussiert einzufangen und mit den animierten Sequenzen von GOOGLE EARTH zu verknüpfen.

Bei der Erkundung des Geländes erkannten wir einige Orte wieder, die als Kulisse für die Krimiserie „WOLFSLAND“ fungierten, die z. Z. im ARD ausgestrahlt wird. VIEL SPASS BEIM ENTDECKEN DER DREHORTE.

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Im folgenden Album könnt ihr alles auch detailliert anschauen, die geschichtlichen Infos dann im Anschluss, viel Vergnügen.

Frostige Aussichten

Wir starteten bei eisigen Temperaturen am Bahnhof Johannisthal, überquerten die Bahngleise und entdeckten die für den im Bau befindlichen Park hergerichtete Bahngleis Kreuzung, die Gleislinse Schöneweide genannt wird.

Seit Tagen hatten wir nun Frost bis zu 10 Grad Minus, alles war mit Eiskristallen überzogen, eine weiße Welt. Leider blieb der versprochene Sonnenschein in den Nachmittagsstunden aus und so wanderten wir durch eine weißgraue Landschaft, in der wir selbst die Farbtupfer waren. Bunter wurde es dann in den riesigen Hallen des ehemaligen Flughafens Johannisthal, die wir im Anschluss erkundeten.

Flug-Pioniere in Action

1909 wurde der älteste Motor-Flughafen Berlins eröffnet. Tausende strömten nach Joachimsthal, um diese wunderbaren neuen Metallgeräte fliegen zu sehen. Die Zuschauer bezahlten für die bis zu 4000 Tribünenplätze, doch der Flugbetrieb interessierte sehr viel mehr Menschen. Sie stiegen über die Zäune und kamen den Flugmaschinen immer näher. Viele spekulierten mit der Erbeutung von Flugzeugteilen, die bei den noch häufigen Kollisionen das Flugfeld bedeckten.

Flugapparate im Test

Im Umfeld des Flughafens siedelten sich viele Firmen und Werkstätten an, es wurden Flugstunden gegeben, Luftschiffe montiert und Flugversuche mit den unterschiedlichsten Flugapparaten getestet.

Bibbernde Passagiere

Nach dem 1. Weltkrieg wurde in Deutschland die Nutzung von Militärflugzeugen untersagt und die zivile Nutzung wurde gestartet. 1919 flogen dann die ersten Passagiere mit, die in der spartanischen Ausführung der ausrangierten Militärflugzeuge in der Kälte bibberten. So waren sie verpflichtet, Handschuhe, Schals und Schutzbrille zu tragen.

Bunte Kunst

Als Tempelhof als Berliner Flughafen bestimmt wurde, geriet Johannisthal in Vergessenheit. Es siedelte sich bis zur Wende ein großes Kühlkombinat in den alten Hallen an.

Nach der Wende wurde dann das meiste aufgegeben, ein paar Hallen werden noch gewerblich genutzt, aber hin und wieder suchen Sprayer die verlassenen Hallen auf, um farbenfrohe Kunstwerke an den kahlen Mauern zu hinterlassen.

House of Love

Das kleine Haus der Liebe, das wir auf einem freien Platz entdeckten, war einmal rosa, mit roten Herzen besetzt, ein richtiges Schmuckstück. Die Farben inzwischen verblasst ist es doch wiederzuerkennen. Hier könnte der verliebte Lost Placer seiner Auserwählten einen stilvollen Heiratsantrag machen. 😉

Wolfsland, in Görlitz gedreht?

Als ich ein paar Tage später den in der ARD den Krimi Wolfsland – 20 Stunden sah, staunte ich nicht schlecht. Da war es wieder, das Haus der Liebe und die monumentalen Hallen des Johannisthaler Flugplatzes. Eigentlich sollten die Drehorte in Görlitz sein, 🤣

Park der geometrischen Formen

Nachdem wir das Gelände verlassen hatten, führte uns unser Weg ein Stück durch den gradlinig durchgestylten Landschaftspark Johannisthal/Adlershof. An den Park grenzen viele Neubauten der Humboldt-Universität Campus Adlerhof, die futuristisch in der geordneten Landschaft platziert wurden.

Das Geheimnis des Trudelns

Der 20 Meter hohe Turm mit seiner höllisch glatten Stahltreppe lud uns ein, den besonderen Blick von diesem historischen Gebäude auf die Anlagen zu werfen. Der Trudelturm und der Windkanal wurden 1934 und 1936 erbaut und dienten der Forschung zum Thema trudelnde Flugzeuge. Beide Gebäude sind denkmalgeschützt und waren bei ihrer Errichtung eine technische Innovation. Sie gehören heute zum aerodynamischen Park des Campus Adlerhof und der Humboldt-Universität.

Futuristische Kulisse

Oft war der Turm schon Kulisse für verschiedene Film- und Fernsehformate. Im Science-Fiction-Film „AEon Flux“ rennt die Hauptdarstellerin dabei die Treppe hinauf.

Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, wir erklommen die Treppe und filmten alles mit der Insta360 Cam, im Foto Album zu finden.

Ein sehr bekanntes Foto auf dem CD-Cover „Zeit“ der Band Rammstein zeigt die Mitglieder der Band auf der Treppe stehend, es erschien erst vor kurzem.

Die beiden Glatzköpfe in Adlershof

Vor dem Forum der Universität Adlershof ragen zwei bewegliche Köpfe in den Himmel, die aus drehbaren Scheiben bestehen und sich immer wieder neu ausrichten. Die Künstlerinnen Margund Smolka und Josefine Günschel gewannen mit diesem Entwurf den Kunst am Bau Wettbewerb der Humboldt-Universität Berlins.

Suppe und Pasta

Direkt am Platze entdeckten wir das Ristorante I Due Amici. Wir entschlossen uns, den eisigen Temperaturen zu entfliehen und kehrten in dieses schnuckelige Restaurant ein. Wir speisten vorzüglich und wärmten unsere Knochen wieder auf. Als wir das Restaurante verließen, hatten sich die beiden Köpfe gedreht und schauten in eine völlig andere Richtung.

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