Spandau Lost Places und das Fort Hahneberg

  • Start: Vom Bahnhof Rathaus Spandau mit dem Bus nach Haltestelle Berlin Staaken, M32
  • Ziel: Bushaltestelle Gatower Str./Weinmeisterhornweg, 134
  • 12 km Stadtwanderung am Rande von Spandau mit jahrhunderte alter Festungsgeschichte auf Fort Hahneberg
  • https://www.komoot.de/tour/935284883?ref=wtd

Die KLEENE Wandergruppe unterwegs in meinem LieblingsKIEZ. Heute mit einem kleinen LOST PLACE CHECK und der ausführlichen Erkundung des FORT HAHNEBERG und seiner abwechslungsreichen Umgebung. Mit einem GRENZBÜRO, NASHÖRNERN aus Reifenteilen, einem STORY BUS der ALLIIERTEN, einem gescheiterten PUTSCHversuch und einem SKYWALK im Wald.

Es folgen die Fotos, die Wegbeschreibung und die Infos!

Wegbeschreibung

Lost Place Check

Die kleene Wandergruppe traf sich am Bahnhof Rathaus Spandau und reiste weiter mit dem M32 nach Staaken. Dort angekommen machten wir uns auf, ein paar Lost Places zu sondieren, die mir bei einer Doku im TV aufgefallen waren.

Vorbei an der Lindenschule bogen wir in die Straße am Alten Gaswerk ab und liefen diese bis zum Ende. Hier spähten wir über den Zaun und erblickten das alte Gaswerk, das vollständig eingezäunt war.

Grenzbüro

Auf der gegenüberliegenden Seite entdeckten wir dann noch ein anderes leer stehendes Gebäude, wahrscheinlich aus den 60er Jahren. Ein kleiner Blick hinein offenbart ein Chaos in den Innenräumen. Büroeinrichtungsgegenstände liegen wirr herum, es schaut aus, als wenn diese DDR Büros der Grenzverwaltung waren.

Nashörner

Wir befanden uns auf dem Gelände einer Gärtnerei und entdeckten dabei riesige Nashörner im Eingangsbereich, die aus alten Autoreifen gefertigt waren. Neugierig wagten wir uns weiter vor, immer von den Argusaugen des Gärtners begleitet.

Story-Bus

Das Gelände war Teil genutzt und wir fanden einen alten amerikanischen Theaterbus, der nach dem Abzug der Alliierten wohl zurückgeblieben war. Das war natürlich ein ganz besonderes Fundstück und so verweilten wir eine Weile und machten ein paar lustige Fotos.

Das Fort am Stadtrand

Durch den Buschkower Weg erreichten wir den kleinen Friedhof am Wegesrand und begaben uns dann zum Fort Hahneberg, das wir dieses Mal nun endlich auch einmal von Innen betrachten wollen. Eine Führung haben wir nicht gebucht, aber soweit ich das beurteilen kann, hätte man sich die ruhig mal gönnen können.

Wir schritten durch das weit geöffnete Tor, hielten einen kleinen Plausch mit dem Eingangspersonal und machten uns auf, die in den Innenräumen ansässige Ausstellung und ein paar Schnappschüsse einzufangen.

Eisige Geschichte

Alles war sehr aufgeräumt und lud zum Verweilen ein, bis auf das Klima, das sich in solchen Orten immer extrem kalt zeigt und einem ein Frösteln über die Haut schickt. Dabei ist es nicht ganz klar, ob es dem geschichtlichen Aspekt oder dem realen Temperaturabfall zuzuordnen ist.

Skywalk

Nachdem wir das Innere erkundet hatten stiegen wir auf dem Rundweg, der leider nur zum Teil zu betreten war. Wir wanderten auf das Fort durch einen kleinen Mischwald und kamen von hinten an die Anlage heran. Hier war ein Skywalk installiert, der einen weit über den Abgrund führte. Die Stahlkonstruktion war leicht schwankend und es wackelte abenteuerlich.

Weit konnte man hineinsehen, in das Tal mit den Überresten des Forts, die an dieser Stelle im Original genau so verbleiben sollen. Die Gegensätze von alt belassenem und neu herausgeputztem haben uns sehr beeindruckt.

Anschließend verließen wir das Gelände und wanderten wir auf dem Mauerweg am Hahneberg vorbei durch die Rieselfelder der Karonlinenhöhe und nahmen in der Gatower Straße den Bus zurück zum Rathaus Spandau.

Infos

Fort Hahneberg

Das Fort Hahneberg liegt am Rand Spandaus und gilt als einer der letzten Festungsbauten nach preußischem Ursprung. Es wurde 1888 fertiggestellt und kann seit 1990 besichtigt werden.

Die Granate

Von den ehemals 4 geplanten Festungsbauten wurde tatsächlich aber nur dieses eine gebaut, da die Einführung der Brisanzgranate diese Art der Verteidigung nutzlos machte.

Der Putsch

Die meiste Zeit diente die Anlage als Kasernenunterkunft, doch am 1. Oktober 1923 war sie mit der Zitadelle Spandau zusammen der Mittelpunkt der Geschichte. Putschisten hatten diese beiden Areale besetzt und mussten sich aber kurz danach den regulären Reichswehreinheiten ergeben. Eine Spandauer Segelschule nutzte die Bauwerke des Forts in der Zeit von 1924 bis 1934, um Segelflugzeuge zu bauen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele Mauern des Forts abgetragen und die Ziegelsteine zum Aufbau Berlins abtransportiert. Später entstanden in der Nähe riesige Schuttberge, die Trümmer der Stadt Berlin. Der Hahneberg ist also ein Schuttberg, und wenn man ihn erklimmt, kann man auch hier und da ein paar Betonreste aus dem Boden herausragen sehen.

Bis zum Mauerfall war dieser Bereich dann Teil der Grenzanlagen Heerstaße und wurde sich selbst überlassen, was uns heute ermöglicht, die dort wunderbar entstandene Natur zu genießen.

 

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