Vogelsang, die alte Garnison wird platt gemacht

Der 100ste Beitrag ist die Entdeckungswanderung in der ehemaligen Garnison Vogelsang, mit außergewöhnlicher Street-Art, verschlossenen Bunkertoren, großzügigen Kultur- und Sportstätten, sowjetischer Kunst und einem alten Kaufhaus.

Schon seit langem haben Ralph Bauer und ich mit diesem Lost Place geliebäugelt. Die Fotos, die wir im Netz sahen, waren extrem beeindruckend und so machten wir uns auf, auch diesen verlassenen Ort zu erkunden.

Jetzt die Fotos!


Fotogalerie

Vogelsang
Am Sonntag, den 14. November 2021, streiften wir durch das riesige Gelände der ehemaligen russischen Garnison Vogelsang.Man ist dabei, die militärischen Gebäude abzutragen.Vieles ist bereits verschwunden - einige harte "Brocken" werden wohl aber noch lange im Boden des heutigen Naturpark Uckermärkische Seen zwischen Zehdenick und Templin verbleiben.Wir sahen uns um - und hatten Spaß bei diesem spannenden Explore Hike - das könnt Ihr in diesem Video sehen, das bereits fertig ist.Auch fertig ist das Fotoalbum zu dieser Wanderung.
Startpunkt Bahnhof Vogelsang, Bedarfshalt
Vogelsang
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Eine Garnison versteckt im Wald

Bei Zehdenick im Wald liegt das verfallene russische Militärgelände Vogelsang, bis zu 15000 Menschen lebten auf diesem Areal, das jetzt vor sich hin rottet. Bis 1994 war es ein Standort der sowjetischen Streitkräfte. Diese Stadt im Wald verfügte über eigene Kinos, Kindergärten, Sporthallen und Schulen.

Nachwuchs-Schule

1934 begannen die Nationalsozialisten mit dem Bau dieses Areals. Es sollte Schulungslager für den Reichsnachwuchs werden. Geplant war ein riesiges Gelände, dessen Bauarbeiten aber mit dem Beginn des 2. Weltkriegs eingestellt wurden.

Erweiterung nach alten Plänen

Die sowjetische Besatzungsmacht, die das Gelände nach dem Krieg nutzte, erweiterte ständig. Gerüchte besagen, dass die alten Baupläne entdeckten wurden und als Grundlage für viele  „Neubauten“dienten. Finanziert wurde das Ganze durch die Deutsche Demokratische Republik.

Wir fuhren mit der Bahn bis Bahnhof Vogelsang. Vorsicht Bedarfshalt, nicht vergessen zu drücken. 

Erwartungsgemäß waren wir die einzigen, die aus dem Zug ausstiegen. Da standen wir nun auf dem Bahnsteig, schon der Bahnhof sollte die erste Entdeckung sein. Doch dieser war in der Zwischenzeit wieder in Benutzung. Wir lugten durch die Fenster. Allem Anschein nach war ein Fotograf eingezogen.

Wir gingen ein Stück an den Bahngleisen entlang und bogen dann links in den Wald ab. Schnurgerade Waldwege führten uns zum nächsten High Light.

Jetzt das Video zur Erkundung!


Video

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Bunkereingänge

Wir entdeckten den Bunkerhügel, einen Wachturm mit neuer Nutzung und jede Menge Lagerhallen. Anschließend erklommen wir den Hügel und fanden einen aufgebrochenen Zugang ins Innere, am Hügelrand noch einen weiteren. Da haben wir dann mal reingeleuchtet und ein paar Fotos gemacht.

In der weiteren Wanderung fanden wir dann die Atombunker, mit fest verschlossenen Toren. Die Eingänge waren mit Street-Art der Extra-Klasse ausgestattet und ragten plötzlich aus der prähistorischen Landschaft heraus.

Prähistorisches Gelände

Die Zielköpfe der Raketen waren auf Frankreich und Großbritannien gerichtet. Sie waren Teil der militärischen Konzeption der „Massiven Vergeltung“ und sollte größtmögliche Zerstörung am Zielort verursachen.

Der Jäger und sein Hund

Nun folgte nach eine Weile Wald auf großzügigen Wegen bis wir um eine Ecke bogen und ein eingezäuntes Areal entdeckten. Teilweise noch mit den alten Betonzäunen abgegrenzt ,entdeckten wir das Haus der Jagdverwaltung. Sein Hund war von unserer Anwesenheit nicht so begeistert und kläffte uns wütend hinterher.

Das Waschhaus

Hinter dem Waschhaus beginnt der Abriss

Das nächste Gebäude war das ehemalige Waschhaus der Garnison. Wir fanden alte Heißmangeln, riesige Waschmaschinen und schöne Street-Art. Langsam gingen wir durch das Haus in den hinteren Teil und stellten mit Schrecken fest, dass hier die Bagger schon ordentlich gewütet hatten. Überall lagen sortierte Schuttberge herum, die zur Abholung bereitlagen.

Sowjetische Kunst 

Ganz am Ende der Baustelle, hinter den Hügeln, war stand ein russisches Denkmal, eine Wand mit toller Bemalung. Schön das es erhalten werden soll.

Die Villa

Die Villa

Die Villa, die wir dann erblickten, war schon von außen sehr beeindruckend. Hier schienen sich Offiziere aufgehalten zu haben, alles war ein bisschen schicker und großzügiger ausgestattet.

Sport

Gleich nebenan die Kulturgebäude, eine Sporthalle. Noch hing der Basketballkorb hoch über unseren Köpfen und die Wände leuchteten voller cooler Street-Art. Jemand hatte angefangen, die alten Dielenbodenbretter aus der Verankerung zu lösen, ein Teil lag in einer Ecke herum.

Theater und Kino

Der schräge Kino- und Theatersaal

Dann gleich ein weiteres High Light, das Theater, oder Kino. In jedem Raum gab es was Neues zu entdecken. Der Kinosaal mit schrägem Fundament, die Holzaufbauten der Bühne, vieles noch erlebbar. Auch kleinere Bühnen und Schulungsräume entdeckten wir noch in diesem Komplex.

Das Kaufhaus

Ganz erschlagen und auch etwas sprachlos von den vielen Eindrücken wanderten wir weiter und fanden auch noch das Kaufhaus, das mit seiner besonderen wellenförmigen Dachkonstruktion jedem ein Begriff ist.

Die Wege dieser Wanderung waren sehr unterschiedlich, breit und zügig zu gehen, aber auch quer durch die Wildnis. Aber eines ist hier ganz besonders zu beachten, dieses Militärgebiet ist noch nicht von Kampfmitteln geräumt und verbirgt in seiner Erde eine Menge Gefahren.

 

 


 

 

 

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