Wanderung von Zeuthen zum alten Funkhaus in Grünau

  • Start: Bahnhof Zeuthen
  • Ziel: Bahnhof Grünau
  • 14,5 km leicht hügelige Wald Wanderung entlang der Dahme, durch Moorlandschaften und die Karnickelberge zum einsamen Funkhaus Grünau.
  • https://www.komoot.de/tour/977843666?ref=wtd

14,5 km WALDwanderung mit YOGA im SONNENLICHT, der FRESSMEILE an der Dahme, dem GARTEN DER HARMONIE, ganz viel SPRAYER GLÜCK, den KARNICKEL BERGEN, der Durchquerung der MOORlandschaft im GLEICHSCHRITT und dem einsamen FUNKHAUS Grünau.

Es folgt das Google Fotos Album mit Reels und Kurzinfo. Im Anschluss die ausführliche Wegbeschreibung mit Zusatzinfos.

Team Ralph und Clare machten sich auf an jenem sonnigen, aber schon frischen Sonntag, auf, um das Gebiet an der Dahme ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir starteten am Bahnhof Zeuthen und begaben uns auf direktem Weg an das Ufer der Dahme.

Yoga im Sonnenlicht

Am Siegertplatz beobachteten wir ein Trio junger Damen, die hier mit herrlichster Aussicht auf den Fluss Yogaübungen durchführten. Ganz still lag der Strom vor uns und die langsam aufsteigende Sonne spiegelte sich verführerisch im Wasser.

Die Fressmeile

An der Promenade entlang entdeckten wir ein Restaurant neben dem anderen, eine richtige Fressmeile. Nicht immer war zu erkennen, ob das Lokal noch in Betrieb war, aber bei der hohen Dichte wird sicherlich etwas geöffnet sein. Wir können das dieses Mal nicht ausprobieren, denn es ist noch nicht einmal Mittag, und wir haben ja noch einiges vor uns.

Garten der Harmonie

Auf der Dahmeseite, gegenüber des chinesischen Restaurants, entdeckten wir einen chinesischen Garten. Das wunderbar angelegte Areal bezauberte durch seine Schlichtheit und die spektakulären Perspektiven, die hier zu entdecken waren.

Dieser Garten symbolisiert die Harmonie der sieben Elemente Erde, Wasser, Steine, Himmel, Wege, Gebäude und Pflanzen. Der Mensch als achtes Element kann in diesem Refugium die vollkommene Harmonie finden. Der aus neun Kurven und achtzehn Ecken bestehende Garten ermöglicht immer wieder neue Ausblicke und Perspektiven.

Nachdem wir den Platz der Demokratie, das rote Pferd im Garten einer alten Villa und den bewohnten Wasserturm passiert hatten, begaben wir uns in den Wald, der mit seinem raschelnden Laub schon auf uns wartete.

Sprayer Glück

Kurz bevor es in den Wald ging, kamen wir an einem Gelände vorbei, das verlassen worden war. Hier stoppte die Bautätigkeit   augenscheinlich sehr plötzlich. So dienten die Ruinen viele Jahre als illegaler Müll Abladeplatz. Aus den überquellenden Containern spießen die jungen Bäume, die sich hier ein Überleben sichern. Und zwischendrin, die Sprayer, die mit ihrer Kunst die riesigen kahlen Wände schmückten. Wir schauten eine Weile zu und begaben uns dann zu unserem nächsten Ziel.

Karnickelberge

Die Karnickelberge waren mir bei der Planung der Route aufgefallen. Was das wohl ist? Dieser schmale Pfad schlängelte sich in kleinen Wellen durch die Bäume und machte richtig Spaß. Haken schlagend wanderten wir hintereinander durch den Slalom Parkour, der an einen Natura Trail erinnerte. Nicht immer konnte der Weg eindeutig ausgekundschaftet werden. 😉

Im Gleichschritt

Durch die Krumme Lake, kurz vor Grünau, ging es dann durch mooriges Gelände. Das Laub raschelte unter unseren Füßen und wir marschierten im Gleichschritt durch die jungfräulich duftende Landschaft.

Dabei entdeckten wir Moorgebiete, in deren Wasser sich die Sonne spiegelte und leichte Hügel mit kerzengeraden Baumreihen, durch die sich die untergehende Sonne einen Weg bahnte.

Das einsame Funkhaus 

Auf dem Weg zum Bahnhof schauten wir dann noch an einem sehr bekannten Lost Place vorbei, das alte Funkhaus Grünau, das in überraschend gutem Zustand sein Dasein an den Ufern der Dahme fristet. Auf dem Gelände finden sich Sitzmöglichkeiten, die höchstwahrscheinlich von der dörflichen Jugend genutzt wurden.

Das Gebäude wurde 1920 erbaut und war bis 1947 der Sitz eines Wassersportklubs. Es folgte der Einzug eines Erholungsheims, und später, nach der Konfiszierung durch die Wehrmacht, Nutzung als Lazarett.

Anschließend zog der staatliche Rundfunk der sowjetischen Besatzungszone in das Areal und auch die DDR richtete hier ein Funkhaus ein.

Einzug der Kunst

Das denkmalgeschützte Gelände liegt seit dem Zusammenbruch der DDR nun brach, denn der Bebauungsplan sagt aus, dass nur wassersportliche Nutzung erlaubt ist. Im Jahre 2014 zogen junge Künstler auf das Gelände, die sich hauptsächlich in Projekten mit dem Kontext des Re- und Upcycling beschäftigten.

Dornröschenschlaf

Im Anschluss plante eine Berliner Initiativgruppe eine Bildungs- und Begegnungsstätte auf diesem Gelände, Nebengebäude wurden errichtet, doch schon eine Weile passiert nichts mehr. Das Amt für Denkmalschutz hat Antrag auf Enteignung gestellt.

So wird es noch eine Weile im Dornröschenschlaf dahin dösen und den einen oder anderen auf das Gelände locken, um dieses Kleinod in all seiner verlassenen Schönheit abzulichten.

In diesem Sinne, tolle Wanderung. Und da uns die Fressmeile am Ufer der Dahme so gut gefallen hat, wird in der nächsten Zeit eine Wanderung mit Ziel Grünau geplant. 😊

 

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