Weimar, Kunst und Kultur Wanderung mit spektakulären Sichtachsen im Ilmpark

  • An- und Abfahrt mit dem Regio, 9 Euro Ticket von Südkreuz
  • Anfahrt ab Berlin Südkreuz mit dem RE 3nach Lutherstadt Wittenberg, weiter mit der S 2 nach Bitterfeld, von Bitterfeld nach Halle (Saale) und zum Schluss mit dem RE 16 nach Weimar (ca. 4 Stunden Fahrtzeit)
  • 11,5 km Stadtwanderung voller Kunst und Kultur und die Erkundung eines unvergesslichen Stadtparks
  • Familiengeeignet
  • https://www.komoot.de/tour/803313256?ref=wtd

11,5 km KUNST- und KULTURwanderung durch das herrschaftliche WEIMAR mit all seiner Geschichte und dem unwiderstehlichen PARK an der ILM. Wir entdeckten einen verschlossenen TUNNEL, BAHNGLEISE mit SCHRECKLICHER Geschichte, leckeren KIRSCHEN im Garten, einem BLUTrünstigen GEMÄLDE, dem Vorzimmer WALHALLAS, einem LOCKEREN STUHLGANG, wüstem GELÄNDE für JEDERMANN und dem “HAUS AM HORN”.

Es folgen die Fotos und im Anschluss die Geschichte gespickt mit vielen Hintergrundinformationen!

Ein kleines Video gibt es diesmal auch

Weimar, Stadt und Park
Weimar Hauptbahnhof im Abendlicht
Weimar, Stadt und Park
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Verschlossene Gänge

Nach der Ankunft in Weimar machten wir zum etwas außerhalb liegenden Hotel auf den Weg, dazu wollten wir eine Unterführung nutzen, die aber leider verschlossen war. So blieb uns nichts anderes übrig als an der Hauptstraße entlang zu wandern.

Über das Hotelgebäude liegt an der Strecke der Buchenwaldbahn, die die Menschen in das KZ transportierten. Noch heute ist der Streckenverlauf zu erkennen und einen Wanderweg mit Hinweistafeln und Relikten vergangener Zeit kann man ebenfalls erlaufen.

Bahngleise mit hässlicher Geschichte 

Das Hotel steht direkt auf dem Gelände auf dem KZ-Häftlinge im Frühjahr 1943 in nur 3 Monaten die Bahnverbindung von Weimar nach Buchenwald bauten. Die Firma Hochtief GmbH baute die Brücken für die Strecke und übernahm im Anschluss die Organisation des Transports von KZ Insassen. Jede einzelne Fahrt wurde akribisch mit der SS-Leitung abgerechnet.

Ahhh und Ohhh

Das Hotel sehr sauber und ordentlich, gut strukturiert. Alles sehr modern, und immer jemand an der Rezeption. Der Garten hinter dem Haus erstreckt sich noch ein ganzes Stück in die angrenzende Laubenkolonie hinein. Am Morgen entdeckte ich dort verschiedene Obstbäume und vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Ein paar Kirschen waren auch schon reif.

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Kunst im Tunnel

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt, diesmal auf dem Wanderweg und durch die Unterführung, die farbenfrohe Street-Art zu bieten hatte. Die Geschichte der Kolonialisierung und die der flüchtenden Bootpeople werden hier anschaulich und farbenfroh dargestellt. Anschließend ein kleiner Lost Place an der Bahnstecke, eine verschlossene Halle und ein kleines Haus. Alles rund herum sehr vermüllt und stinkig.

Street Art im Fußgängertunnel

In der Innenstadt dann Kunst und Kultur an jeder Ecke. Vor vielen Gebäuden standen große Tafeln mit den Konterfeis von Zeugen der Verbrechen des Nationalsozialismus. Überall Fachwerk in kleinen Gassen, tolle Gastronomie und Shoppingmöglichkeiten. Die Studentenstadt Weimar hat wirklich viel zu bieten, neben geschichtsträchtigen Museen, imposanten Gebäuden auch viel Live Musik am Abend.

Unendliche Geschichte

Weimar ist eine weitläufige Stadt mit unendlicher Geschichte und Kultur. An jeder Ecke entdeckt der Betrachter etwas Neues. Viele deutsche Dichter, Denker und Künstler lebten hier, Goethe, Schiller, Liszt, um nur einige zu nennen. Wir wandelten durch die Zeiten der Geschichte und bewunderten diese herrlich lebendige alte Stadt.

Relief der Trauer

In der Peter und Paul Kirche, auch Herderkirche genannt, verschlug uns der Anblick des Altarraum die Sprache. Meterhohe Reliefbilder bilden den Gang zum Altar. Von Martin Gottlieb Klauer erschaffen, stellen sie die tragische Geschichte einer herzoglichen Familie dar, die drei ihrer vier Kinder noch vor der Taufe verloren.

Das Blut spritzt

Das dreiteilige Altarbild, das 1552 von Lucas Cranach begonnen wurde vollendete sein Sohn 1555, also auf jeden Fall ein Cranach. Die Haupttafel steht unter dem Zeichen “Erlösung der Menschen allein durch den Glauben”. Das Blut, das aus Jesus Wunde mit voller Macht herausspritzt, trifft das Selbstbildnis Cranachs im Gemälde.

Vorzimmer Walhallas

Das Hotel Elephant besteht bereits seit 1696 und wird als “Vorzimmer zu Weimars lebender Walhalla” bezeichnet. Dieses von Außen recht unscheinbare Hotel hat eine mega Innenausstattung. Der große lichtdurchflutete Saal in der Mitte ermöglicht einen besonders reizvollen Blick auf die erstklassigen Gemälde, die die Wände bedecken.

Hotel Elephant von Innen

Lockerer Stuhlgang

Auf dem Unigelände der Bauhaus Uni dann viel moderne Kunst, besonders gefallen hat uns der riesige Stuhl, den wir erst nach längerem Suchen fanden. Die Sonne zauberte wunderschöne Farbspiele auf den Boden und wir verweilten ein wenig um sie einzufangen. Hier bekommt das Wort Stuhlgang eine ganz neue Bedeutung, grins.

Auf wüstem Gelände

Auf wüstem Gelände erschuf Goethe mit Hilfe des Gärtners einen fantastischen Platz. Dieser gefiel dem Herzog so gut, das er sich nichts sehnlicher als einen Park mit allerlei Kunst und Kultur wünschte. Dieser sollte öffentlich zugänglich für jedermann sein, was für diese Zeit recht ungewöhnlich war.

Zu beiden Seiten der Ilm wuchs der Park im Verlauf von fünf Jahrzehnten zu einen Park mit unglaublichen Sichtachsen, eindrucksvolle Blicke eröffneten sich nach jeder Wegbiegung. Verschlungene Wege auf alten Felsentreppen und über Brücken aus Holz verführen den Blick. Nach dem geschäftigen Treiben eine Oase der Ruhe mit Vogelgezwitscher.

 Konzertsalon und Atelier

Ein paar Ecken weiter entdeckten wir das Tempelhaus, das in der Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Zuerst ein Orangenhaus, dann ein herzoglicher Salon mit Aussichtsturm in dem Konzerte stattfanden. In den Jahren 1920 -1923 nutzte der Bauhäusler Johannes Itten das Haus als Atelier. 1945 wurde es bei bei einem Luftangriff zerstört. Die übrig gebliebenen Restmauern des imposanten Gebäudes wirken wie platziert.

“Haus am Horn”

Bauhaus Villa im Ilmpark

Auf einem Hügel erblicken wir nun das Bauhaus Musterhaus von Georg Muche, das auch “Haus Am Horn” bezeichnet wird. Es wurde für die Bauhausaustellung in nur vier Monaten errichtet und war als “Keimzelle” künftiger Bauhaussiedlungen gedacht.

Das Gartenhaus

An seinem Gartenhaus hat Goethe ganz besonders gehangen, noch bis kurz vor seinem Tod, machte er Pläne für Umbau Arbeiten. In seinen privaten Briefen an viele Freunde beschrieb er detailliert die Gestaltung des Gartens. Bis heute ist dieser Ort eine Pilgerstätte für viele Goethe-Fans.

Erstklassige Wanderung durch die vielen verschiedenen Epochen, die man in dieser Stadt entdecken kann. Vielen Dank Ralph für deine schnelle und gleichzeitig mega tolle Planung.

Die  Abenteuer des zweiten Tages:

München, Bad Berka, die Sophienheilstätten und die Ruine im Wald

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