Abenteuer mit dem 9 Euro Ticket, Feueralarm im RE 1

Das Menschenmeer

Hunderte von Leuten warteten mit uns, der kleenen Wandergruppe, am Bahnhof Magdeburg in Richtung Berlin. Der RE 1 kam mit ca. 25 Minuten Verspätung an. Sofort bildeten sich dicke Trauben um die Eingänge, leichtes Gedränge. Immer mehr und mehr Menschen schoben sich in die Gänge. Wir gerieten in eine Sackgasse, das erste Klasse Abteil, noch leer. Also rein da, von hinten drängten immer mehr Leute nach.

Wir ergattern einen Vierer Sitzplatz, was für ein Glück. Jetzt begann die Diskussion über Zuzahlung für die erste Klasse. Magdeburg-Berlin mal eben 53,00 Euro für die erste Klasse, ein unglaublicher Preis. Wir beschlossen keine Karten zu lösen.

Türen klappen

Der Zug, nun voller Menschen, die gedrängt in den Gängen standen und saßen. Wir bemerkten, das die Klimaanlage nur minimale Leistung zeigte, es wurde langsam immer wärmer und der Zug fuhr auch nicht los.

Wir hörten ständig das Klappen der Türen, irgend etwas funktionierte nicht. Der sehr freundliche Zugführer ermahnte die Fahrgäste nicht in den Türen zu stehen. Doch einige Mitfahrer hielten sich nicht daran und so verspätete der Zug sich in jedem Bahnhof um ein paar Minuten.

Alarm

Plötzlich Alarm, es piepte unerträglich laut in unsere Ohren, der Alarm verstummte und ging wieder los, mehrere Male.  Die Ansage des Fahrzeugführers unterrichte uns am nächsten Bahnhof von folgenden Vorkommnissen:

“Der Kiffer hat den Zug verlassen, die Fahrt geht gleich weiter.”

Aber zuerst wurde der Zug für ein paar Minuten ausgestellt. In Windeseile stiegen die Temperaturen. Alle Leute bekamen rote Köpfe und der Schweiß rann in dicken Tropfen an ihren Gesichtern herunter. Manch einer schaute mit gequältem Gesicht in die Runde, es war eine merkwürdige Stimmung.

RE1 und der Feueralarm

Durchatmen

Der Zug sprang wieder an, ein Aufatmen ging durch die Reihen und langsam verbreitete sich ein wenig frische Luft im Abteil. Die Spielereien an den Türen wurden weniger und bis Brandenburg ging alles glatt.

Der Wechsel

Dann der Zugführer Wechsel. (Nun war uns auch bewusst, warum der letzte so entspannt auf diese Situationen reagiert hatte). Der Neue verkündet mit kräftiger Stimme:

“Sollte noch einer rauchen, bleibt der Zug stehen. Ich mach son Scheiß nicht mit.”

Witzbold

Langsam und beharrlich schob sich der Zug voran, von Bahnhof zu Bahnhof. Es gab keinen Rauchalarm mehr und  auch die Türen schlossen ordnungsgemäß. Wir entspannten uns sichtlich und mussten im Bahnhof Potsdam Kirchmöser dann sogar kräftig lachen, denn so ein Witzbold hatte wohl zu viel Zeit und gestaltete das Bahnhofsschild nach seinen Vorstellungen um.

Bahnhofschild Brandenburg Kirchmöser, umgestaltet

Störfaktor

Kurz vor Charlottenburg kämpfte ich mich dann durch die in den Gängen sitzenden bis zur Tür. Dabei kam ich mit ein paar Frauen ins Gespräch, die davon erzählten, dass dieses Szenario sich bei jeder 3. Fahrt auf dieser Strecke auf genau die gleiche Weise abspielt.

Ich wurde neugierig, fragte nach und erfuhr, das es tatsächlich immer Leute sind, die auf dem Klo rauchen, die diese Störungen verursachen. Sozial ist das nicht.

Am Ende erreichte der RE 1 den Bahnhof Charlottenburg mit 60 Minuten Verspätung. In der Zwischenzeit hatte sich auch sein Ziel verändert. Dieser RE 1 fuhr nur noch bis Fürstenwalde.

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