Schicksalsschläge 2, Ankunft und Versorgung im Westend

Ausblick WOW

Gestern bin ich dann innerhalb des Westend Krankenhauses umgezogen worden. Sie fuhren mich in den 7. Stock des einzigen Hochhauses auf dem Gelände. Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich aus den Fenstern, die im Vorbeigefahren werden vorüberzogen, was für ein Anblick, man muss auch mal Glück haben. Im Zimmer angekommen, Blick über die ganze Stadt, unbändige Freude löste gleich mal einen Hustenanfall aus. Aber das war mir egal. Ich konnte wieder ein wenig positiver in die Zukunft schauen.

Nach den Fotos geht der Beitrag weiter, für die, die Lust auf lesen haben. 😉


Westend Ausblicke
Ich befinde mich zur Zeit im Krankenhaus Westend, Lungenentzündung. Die Beiträge kommen direkt aus dem 7. Stock. Zu meiner Freude habe ich einen herrlichen Ausblick auf die ganze Stadt und kann jeden Tag den Sonnenaufgang bewundern. Ich werde meine Fortschritte in Bezug auf meine Genesung regelmäßig von hier posten. Folgt mir auf Instagram oder Facebook, dann verpasst ihr nichts.
Ausblick aus dem 7. Stock Krankenhaus Westend
Westend-Ausblicke
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Von den Medikamenten her haben sie mich gut zugedröhnt, meist lag ich apathisch im Bett, entweder Transfusion oder Inhalation, jeder Atemzug Schwerstarbeit.

Viele Gedanken rasen durch meinen Kopf. Werde ich es schaffen wieder fit zu werden, wieder Arbeiten in meinem heiß geliebten Beruf mit meinen lieben Kollegen und den tollen Eltern und Kindern. Ungewissheit ist so ein ekeliges Gefühl.

Rechner im Anmarsch

Mittags dann die Ankunft des Rechners und ein paar persönlicher Sachen von meinem Sohn. Danke mein Großer 😘 Rein durfte er nicht, Besuchsverbot. Und mein Sauerstoffschlauch nicht lang genug für einen Blick den Gang hinunter, heul. Aber alles ist angekommen, Einrichtung mit Unterstützung von Freund Ralph hat auch geklappt.

Noch Panik-Gefühle

Grad mal bis zu Klo reicht der Schlauch, und ans Absetzen nicht zu denken, sofort extreme Atemnot und steigende Panik. Viele Untersuchungen folgen und Ärzte die sich Zeit nehmen und einen ausführlich befragen und alles genau erklären. Das hat mir gut gefallen, fühle mich sicher aufgehoben.

Zugangs-Port mit Hindernissen

Dann ist mein Zugangs-Port, für die Infusionen, kaputt gegangen. Es musste ein neuer gelegt werden. Zwei angehende Ärztinnen versuchten ihr Glück. Dazu muss ich erklären, hab dünne, hakenschlagende Rollvenen, und die beste Stelle war nun nicht mehr zu gebrauchen.

So versuchten die Damen ihr Glück, nach 3 missglückten Versuchen, betretenen Gesichtern und unzähligen Entschuldigungen wurde männliche Unterstützung angefordert. Der Erfolgsdruck hart für den Mann, ging auch mal gleich daneben, glatter Durchschuss.

Ich nahm es inzwischen mit Humor, versuchte ein leichte Kommunikation, um die angespannte Situation aufzulockern, und es klappte. Port erfolgreich gelegt, nächste Infusion konnte starten, alle erleichtert und zufrieden. Ich betrachtete meine Arme, leichte blaue Flecken, egal, tut ja nicht weh, erstmal alles dokumentieren für den Beitrag,  😉.

Lichtfeuer

Lichtfeuer

In der Zwischenzeit war die Sonne aufgegangen, aber im entscheidenden Moment konnte ich kein Foto machen, da grad wieder irgendeine meiner Flüssigkeiten gebraucht wurde. Vielleicht hab ich ja noch eine Chance in den nächsten Tagen, denn der Durchbruch war sensationell, mein Atem stockte bei dem Anblick.

Verschobene Pläne

Ich dachte an die geplante Harzreise, die ich nach Weihnachten machen wollte, ein bisschen Berge, das erste Mal, und vielleicht sogar mit Schnee. Wehmut ergriff mich und eine kleine Träne kullerte meine Wange herunter. Das ganze Jahr habe ich darauf hin trainiert ein paar Berglein zu schaffen, wenigstens ein kleines Stück.

Aber wegen Corona wär sicher sowieso alles nicht gegangen. Nun muss ich ja eh erstmal wieder neu trainieren, bis ich wieder besser Luft bekomme. Dazu muss ich vielleicht erklären, das die COPD-Krankung beim Erklimmen von Steigungen ein echtes Problem darstellt, denn man gerät sofort in Luftnot.

Zweifel und ein neuer Plan

Und auch die Ängste kamen zurück. Ich drohte in einen Strudel der Verzweiflung abzurutschen. Ein neuer Plan musste her. Und da war er auch schon. Ich schreibe alles in meinem Blog, kleine Berichte über die Tage im Krankenhaus und die Wiedererlangung meiner Mobilität.

Es lenkte mich ab und ich möchte auch anderen Mut machen nicht aufzugeben. Zu kämpfen und das Beste aus den Gegebenheiten zu machen , die das Schicksal bereit hält.

Für die, die sich für Poesie interessieren, habe ich hier den Link zu einem Gedicht vom letzten Jahreswechsel. Es beschreibt die Anfänge meines neuen Lebensweges. Viel Spaß!

Wanderpoesie

 

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